Meine Meinung zu „Bonuskind“ von Saskia Noort

 

 

 

Lies erzählt uns aus ihrer Sicht eine tragische Familiengeschichte. Als sie eines Morgens aufwacht hat sie das starke Gefühl, dass mit ihrer Mutter Jet etwas passiert ist. Das Bett unberührt. Handtasche und Handy hat sie nicht mitgenommen. Der Hund winselt, weil er dringend Gassi gehen muss. Es ist überhaupt nicht typisch für sie, die Kinder über Nacht alleine zu lassen. An ihren Vater möchte sie sich nicht wenden. Für ihn wäre das ein weiterer Beweis dafür, dass seine Exfrau unfähig ist, für die Kinder zu sorgen. Für ihren kleinen Bruder Luuk muss sie nun stark sein. Ihm die Mutter ersetzen. Lies ist die Einzige, die nicht an ein freiwilliges Verschwinden der Mutter glaubt. Auf eigen Faust beginnt sie nach ihr zu suchen. Stößt auf ein Tagebuch, indem ihre Mutter von einer toxischen Liebe erzählt. Ist dieser fremde Mann für das Verschwinden ihrer Mutter verantwortlich? Continue reading

Meine Meinung zu „Der ehemalige Sohn“ von Sasha Filipenko

Hat sich in Belarus was geändert?

Mit Franzisk Cello hat der Autor einen Protagonisten geschaffen, der einem  lange nicht mehr aus dem Kopf geht. Als Junge lebt er überwiegend bei seiner heißgeliebten Babuschka. Sie erzieht ihn mit strenger, aber liebevoller Hand. Er möchte mit seinen Freunden das Leben genießen. Babuschka will dass er ein guter Cellist wird. Üben fürs Konservatorium behagt Zisk jedoch gar nicht.

Fußballspielen im Hof hat noch keinen zum Straßenmusikanten gemacht! Aber von der Musik den Verstand verloren haben schon viele. (Zisk auf Seite 18)

Als er mit seiner Freundin Nastja auf ein Rockkonzert gehen möchte, setzt auf einmal starker Hagelregen ein. Wie sehr viele andere Menschen sucht er Schutz in einem U-Bahnschacht. Dort bricht Chaos aus. Es herrscht starkes Gedränge. Viele Menschen werden schwer verletzt. Einige sterben. Zisk wird schwer verletzt und fällt ins Koma. Die Ärzte geben ihm von Anfang an keine Chance. Nur seine Babuschka glaubt daran, dass er wieder aus dem Koma erwacht. Nistet sich bei ihm im Krankenzimmer ein. Liest ihm vor. Erzählt ihm was ringsherum passiert. Und das 10 Jahre lang. Als Leser*in ist man gespannt, wie Zisk  nach 10 Jahren Koma in Minsk zurecht kommen wird. Ob sich überhaupt in Belarus was verändert hat. Continue reading

Meine Meinung zu „Weiter Himmel“ von Kate Aktinson

Stellenweise langatmig, dennoch lesenswert.

Die drei *Musketiere* Tommy, Andy und Steve haben alles was man sich wünschen kann. Geld, hohes Ansehen und eine scheinbar intakte Familie. Das scheint jedoch immer noch nicht genug zu sein. Vince spielt mit den dreien regelmäßig Golf im Club Belvedere. Sie bezeichnen ihn als Freund. Jedoch fühlt sich Vince nicht richtig dazugehörig. Er lebt in Scheidung und verliert zu allem Unglück noch seinen Job. Als seine zukünftige Exfrau ermordet aufgefunden wird, kommen Dinge ans Tageslicht, die keiner bei den drei *Musketieren* für möglich gehalten hätte. Privatdetektiv Jackson Brodie arbeitet gerade an einem harmlosen Fall. Einen Fall, der ihn zu den drei *Saubermännern* führt. Continue reading

Meine Meinung zu „Die Wunderfrauen-von allem nur das Beste“ von Stephanie Schuster

Verlag: FISCHER Taschenbuch Erscheinungstermin: 24.02.2021 Lieferstatus: Verfügbar 480 Seiten ISBN: 978-3-596-70565-8 Autorin: Stephanie Schuster

Eine wunderbare Fortsetzung!

Starnberger See 1961-1963

Luise Dahlmann hat sich ihren Traum vom kleinen Gemischtwarenladen erfüllt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kann sie sich nun vor lauter Kundschaft kaum retten. Sie denkt darüber nach, anzubauen, um somit ihr Sortiment erweitern zu können. Supermärkte schießen überall aus dem Boden. Sie möchte konkurrenzfähig bleiben.

Helga hat es geschafft, ihr Leben in geordnete Bahnen zu lenken. Sie ist Frauenärztin geworden und arbeitet in der Starnberger Seeklinik.

Marie ist eine künstlerisch begabte Frau, die Luises Bruder geheiratet hat. Als vierfache Mutter und Bäuerin weiß sie oft gar nicht mehr, was sie zuerst anpacken soll. Die Arbeit geht nie aus.

Annabel erleidet einen herben Schicksalsschlag, Mit ihr viele andere Frauen … Continue reading

Meine Meinung zu „Der Wald der verlorenen Schatten“ von Danbi Eo

Die Frau, der Mann und die verlorenen Schatten.

Von Anfang an war ich gefangen in der Geschichte. Sie erzählt von der einsamen jungen Frau Hyoju, in deren Leben einfach nichts klappt. Ihre Eltern hat sie als kleines Kind durch einen tragischen Autounfall verloren. Ihr Job als Ticketverkäuferin, an einem Busschalter, erfüllt sie auch nicht. Dort hat sie einen Polizisten kennengelernt, der hartnäckig um sie geworben hat. Sie lässt sich auf eine Beziehung mit ihm ein. Ist glücklich. Fühlt sich endlich geborgen. Als sie ihm erzählt, dass sie eine Waise ist, bemerkt sie die große große Distanz, die er zwischen ihnen aufbaut. Sie will es nicht wahrhaben. Als er sie verlässt kann sie es einfach nicht akzeptieren.

Mittlerweile ohne Job und einsam, erhält sie eine Mail. Ihre Großmutter ist gestorben. Sie soll aus Haupttrauerende in ein kleines Dorf zur Beerdigung fahren. Die Rituale, die die alten Menschen in der Dorfgemeinde abhalten, verwundern Hyoju. Sie warnen Hyoju eine verboten Zone im Wald zu betreten. Als die junge Frau versehentlich diese dann doch betritt, bemerkt sie einen seltsamen silbernen Schatten, der aus ihrem Körper zu kommen scheint. Sie begegnet einem mysteriösen Mann, der magische Kräfte besitzt. Continue reading

Meine Meinung zu „Miss Bensons Reise“ von Rachel Joyce

Verlag: FISCHER Krüger Erscheinungstermin: 30.12.2020 Lieferstatus: Verfügbar 480 Seiten ISBN: 978-3-8105-2233-7 Autorin: Rachel Joyce Übersetzt von: Maria Andreas

Zwei unvergessliche Frauen auf der Reise ihres Lebens
»Es passiert so leicht, dass man sein Leben mit Dingen verbringt, für die man kein bisschen brennt. Aber jetzt waren sie endlich unterwegs!« Continue reading

Meine Meinung zu „Die Unschärfe der Welt“ von Iris Wolff

4. Druckaufl. 2020, 216 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-608-98326-5 Unbezahlte Werbung! Coverrechte: Verlag!

»Es gab Sehnsucht nach etwas, das verloren war, Sehnsucht nach etwas, das sich nicht erfüllt hatte, Sehnsucht danach, etwas zu finden, und manchmal auch danach, etwas zu verlieren.«

Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2020, den Bayerischen Buchpreis in der Kategorie Belletristik 2020 sowie den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2020.

»Eine Autorin mit einem traumsicheren Sprachgefühl« Denis Scheck

»So schön hat noch niemand Geschichte zum Schweben gebracht.« Stefan Kister, Stuttgarter Zeitung

Iris Wolff erzählt die bewegte Geschichte einer Familie aus dem Banat, deren Bande so eng geknüpft sind, dass sie selbst über Grenzen hinweg nicht zerreißen. Ein Roman über Menschen aus vier Generationen, der auf berückend poetische Weise Verlust und Neuanfang miteinander in Beziehung setzt.

Hätten Florentine und Hans den beiden jungen Reisenden auch dann ihre Tür geöffnet, wenn sie geahnt hätten, welche Rolle der Besuch aus der DDR im Leben der Banater Familie noch spielen wird? Hätte Samuel seinem besten Freund Oz auch dann rückhaltlos beigestanden, wenn er das Ausmaß seiner Entscheidung überblickt hätte? In »Die Unschärfe der Welt« verbinden sich die Lebenswege von sieben Personen, sieben Wahlverwandten, die sich trotz Schicksalsschlägen und räumlichen Distanzen unaufhörlich aufeinander zubewegen. So entsteht vor dem Hintergrund des zusammenbrechenden Ostblocks und der wechselvollen Geschichte des 20. Jahrhunderts ein großer Roman über Freundschaft und das, was wir bereit sind, für das Glück eines anderen aufzugeben. Kunstvoll und höchst präzise lotet Iris Wolff die Möglichkeiten und Grenzen von Sprache und Erinnerung aus – und von jenen Bildern, die sich andere von uns machen.

»So schön hat noch niemand Geschichte zum Schweben gebracht.« Stefan Kister, Stuttgarter Zeitung Verlagsinfo: Klett-Cotta Continue reading