Meine Meinung zu „Mädelsabend“ von Anne Gesthuysen

Unbezahlte Werbung! Coverrechte: Verlag! Verlag: Kiepenheuer&Witsch Erscheinungstermin: 08.11.2018 Lieferstatus: Verfügbar 384 Seiten ISBN: 978-3-462-05150-6 Autorin: Anne Gesthuysen

Oma und Enkelin – zwei starke Frauen vom Niederrhein und die Frage: Wie viel Ehe verträgt ein erfülltes Leben?

Eine Ehe steht nach sechzig Jahren vor dem Aus – und eine junge Mutter ringt um eine Entscheidung, die nicht nur ihr Leben bestimmen wird. Ruth und Walter leben seit Ruths Sturz im Seniorenheim Burg Winnenthal. Walter möchte am liebsten sofort zurück nach Hause, die vielen lebenslustigen Witwen hier sind ihm unheimlich. Ruth hingegen genießt die Gesellschaft von Gleichgesinnten. Sie lauscht den Lebensgeschichten der anderen Frauen und singt endlich wieder im Chor. Keine zehn Pferde werden sie hier wegbringen. Als ihre Enkelin Sara, Mutter eines kleinen Sohnes, die Zusage für ein Forschungsstipendium in Cambridge erhält und von ihrem Mann vor eine Entscheidung gestellt wird, sucht sie Rat bei Ruth. Geschickt verwebt Anne Gesthuysen Gegenwart und Vergangenheit und erzählt von einem bewegten Frauenleben am Niederrhein, das den Bogen vom Zweiten Weltkrieg über die piefigen Fünfziger- und die wilden Siebzigerjahre bis in die Jetztzeit spannt. Von der Liebe und kuriosen Hochzeitsbräuchen, von Karnevalstraditionen und Anti-AKW-Treckerfahrten. Von den Herausforderungen einer Jahrzehnte währenden Ehe, von patriarchalen Machtstrukturen und gesellschaftlichen Umbrüchen. Humorvoll, warmherzig und feinfühlig spürt sie der Frage nach, was zwei Menschen zusammenhält und welche Bedeutung Freiheit und Selbstverwirklichung haben. Eindrücklich zeigt sie, dass es keine einfachen Antworten gibt, nur individuelle Wege zum Glück. Verlagsinfo: Kiwi Continue reading

Meine Meinung zu „Ein fabelhafter Lügner“ von Susann Pásztor

Unbezahlte Werbung! Coverrechte: Verlag!

  • Verlag: KiWi-Taschenbuch
  • Erscheinungstermin: 14.03.2011
  • Lieferstatus: Verfügbar
  • 208 Seiten
  • ISBN: 978-3-462-04310-5
  • Autorin: Susann Pásztor
Text und Cover: KiWi – Verlag Vom Geheimnis eines Mannes, an dessen Totenbett drei Frauen weinten
Joschi Molnár bleibt ein Rätsel. Der famose Fabulierer hat seinen Kindern ein Vermächtnis aus phantastischen Geschichten, tragischen Verstrickungen und faustdicken Lügen hinterlassen.Als sich die Halbgeschwister Hannah, Marika und Gabor in Weimar treffen, um Joschis hundertsten Geburtstag zu feiern, prallen Welten aufeinander. In rasanten Dialogen und skurrilen Szenen nähern sie sich der Wahrheit – und finden zueinander. Während Hannah sich leidenschaftlich mit ihren jüdischen Wurzeln identifiziert und von einem Happy End in Israel träumt, hadert Gabor mit seiner Kindheit. Marika gibt die tapfere Alleinerziehende – und überlässt das Erzählen ihrer Tochter Lily. Überhaupt Lily: Die 16-Jährige hat sich eigentlich für ein Referat über Buchenwald gemeldet und erzählt stattdessen diese bezaubernde Geschichte.

 

 

 
Bei dem blumigen Cover erwartet man eine leichte kurzweilige Geschichte.
Die Thematik Holocaust ist jedoch alles andere als leicht. Der Prolog mutet amüsant an. Joschi Molnár möchte seinem Leben ein Ende setzen. Er schafft es nicht und wacht in einem Krankenhaus auf. Nun liegt er da, und schaut in 4 Augenpaare. Seine Frau, die Exfrau und Freundin schauen auf ihn herab. Nicht zu vergessen: Den kleinen unglücklichen Jungen.
Joschi war in meinen Augen ein ausgekochtes Schlitzohr. Er hatte mehrere Kinder. Jedes Kind kam in den Genuss einer anderen Mutter. Joschi war kein Kostverächter. Joschi war ein guter Mann. Er hatte sogar einmal auf Frau und Kind verzichtet. Aber, das lasst Euch bitte von seinen Kindern erzählen. Auch das, wann man genau Jude ist, und wann nicht. Ist alles gar nicht so einfach.
 
Hannah, Marika und Gabor sind Halbgeschwister. Sie haben alle den gleichen Vater. Nämlich Joschi. Ihre Mütter kannten Joschi natürlich sehr viel besser, als sie es jemals tun werden. Würde er noch leben, könnte er seinen 100. Geburtstag feiern. Das übernehmen nun seine Kinder.
Ich mag den humorvollen Schreibstil der Autorin sehr. Diese Frau besitzt die Gabe, aus ernsten Themen eine leichte Lektüre zu machen; ohne den nötigen Ernst zu verlieren.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Lily (16) erzählt. Lilys Mutter Marika ist eine sehr fürsorgliche Frau. Besonders wenn sie gekifft hat. Aber, auch das lasst Euch bitte von Lilly erzählen. Die kann das wesentlich besser als ich.
Hannah ist stolz darauf Jüdin zu sein. Sie möchte unbedingt mal nach Israel reisen. Gabor ist übrigens der kleine traurige Junge, den ich ganz am Anfang schon mal erwähnt habe. Jetzt ist er natürlich kein kleiner Junge mehr. Er spielt auch nicht mehr mit Teddybären. Nein, jetzt sprengt er sie in die Luft! Warum? Das lasst euch bitte von Gabor erzählen. Marika ist eigentlich die Besonnenste von den dreien. Warum eigentlich? Na ja, ihr wisst schon. Das mit dem Kiffen.
Lily ist ein ganz süßer Teenager, der das Familientreffen sehr gut gefällt. Mir gefiel der göttliche Wortwitz des Mädchens besonders gut. Wer kommt schon in den Genuss, den 100. Geburtstag eines verstorbenen Opas zu feiern? Einem Opa von dem keiner genau weiß, war er in einem Konzentrationslager oder nicht? Wenn ja, wie lange?  Die skurrile Familie unternimmt einen Ausflug nach Buchenwald. Da soll der Joschi vor vielen Jahren gewesen sein. Hier kann auch die Lily ein Referat für die Schule schreiben.
Trotz des lockeren Schreibstils, laufen einem kalte Schauer über den Rücken. Buchenwald lässt auch Lily nicht kalt. Die Geschwister reagieren verschieden. Jeder verarbeitet die Eindrücke auf seine Art. Die Geschwister brauchen sich. Mögen sie auch noch so verschieden sein. Miteinander können sie die furchtbaren Ereignisse iherer Vorfahren besser verarbeiten. Sie reden darüber. Sie trauern zusammen und gedenken dem „Fablehaften Lügner“ Joschi.




Dieses traurige Thema wird mit einem lachenden- und einem weinenden Auge erzählt. Die Gedenkfeier zu Joschis eigentlich 100. Geburtstag fand ich traumhaft schön und orginell. Die Protagonisten muss man lieben. Ihre Eigenarten sind einfach zu köstlich.

Menschen, deren Vorfahren ihren Tod in Konzentrationslagern fanden, haben es wesentlich leichter, später damit umzugehen. Schließlich waren ihre Verwandten Opfer. Sie können trauern und für die Verstorbenen beten.
Menschen, deren Vorfahren für den Tod vieler Juden verantwortlich waren, haben es da wesentlich schwerer. Kann man für solche Menschen beten? Ehrlich gesagt, ich könnte es nicht.
Das hat die Lily ganz toll erzählt.

Danke Susann Pásztor

Ein trauriges Thema mit humorvollen Dialogen.
Unbedingt lesen.