Meine Meinung zu „Unsere glücklichen Tage“ von Julia Holbe

Unsere gluecklichen Tage von Julia Holbe Hardcover mit Schutzumschlag, 320 Seiten, 13,5 x 21,5 cm ISBN: 978-3-328-60110-4 Erschienen am 16. März 2020 Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar. Unbezahlte Werbung! Coverrechte: Verlag!

Vier Freundinnen und ein Sommer am Meer, der alles für immer veränderte.

Lenica, Marie, Fanny und Elsa verbringen einen nicht enden wollenden Sommer an der französischen Atlantikküste. Wie ein Versprechen liegt die Zukunft vor ihnen, so ausgelassen und unbeschwert sind sie, dass sie gar nicht merken, wie das Leben seine Weichen stellt. Als sie sich viele Jahre später wiedersehen, erkennen sie, dass ihre Träume sie noch immer wie eine schicksalhafte Kraft verbinden. Trotz allem, was geschehen ist, seit jenem Abend, als Lenica ihren Freund Sean mitbrachte. Und die unaufhaltbare Geschichte ihren Lauf nahm…

Julia Holbe erzählt von den wirklich wichtigen Dingen des Lebens: von Liebe und Freundschaft, Schuld und Verrat, von Zufall und Schicksal und davon, dass wir die Vergangenheit immer nur so erinnern, wie wir sie haben wollen.

»Julia Holbe hat ein schönes, leichtes und doch mit aller Kraft beschwörendes Buch über ein vergangenes Glück geschrieben.«

DER SPIEGEL, Volker Weidermann (06. April 2020) Verlagsinfo: Penguin

Am Ende sind wir alle Geschichten

Lass uns eine gute draus machen. (Seite 268)

Vom Cover her hätte ich eine leichte Geschichte erwartet. Sie bietet aber so viel mehr. Sie erzeugt Sommerfeeling und sehr tiefgründige Gedanken. Was wäre wenn ….
Erzählt wird aus der Sicht von Elsa. Sie wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Sie erzählt uns von ihren drei Freundinnen.
In Lenica hat sie eine Seelenverwandte gefunden. Sie führen viele Gespräche. Lenica kann in Elsa lesen wie in einem Buch. Sie weiß schon vor Elsa selbst, wie es um ihre Gemütslage steht. Sieht deren innerer Zerrissenheit.
Marie und Elsa sind sich in Luxemburg zufällig über den Weg gelaufen. Sie haben sich verabredet. Sie lassen die alte Freundschaft wieder aufleben. Die Freundinnen treffen sich wieder. Das wunderbare Haus am Atlantik wird erneut zum Leben erweckt. So ganz anders. Irgendwie aber wie immer. Wir haben Marie außerdem noch ein paar schöne Stunden in Paris zu verdanken.
Die blasse Fanny wirkt wie der ruhende Pol in der Geschichte. Eigentlich wollte sie studieren. Nun führt sie einen Buchladen. Danke Fanny. Wir Leser lieben Buchläden.
Lenica ist ein unruhiger Geist. Sie war glücklich darüber, die drei Frauen kennengelernt zu haben. Hat mit ihnen viele wunderbare Stunden verbracht. Damals. An den wunderbaren Sommertagen am Atlantik. Danke Lenica. Einen Menschen wie dich sollte man unbedingt kennen.
Sean ist ein richtiger Lebemann. Lenica hatte ihn vor vielen Jahren zu einem Essen in Elsas Haus am Atlantik mitgebracht. Der Ire hat Elsa von der ersten Sekunde an den Kopf verdreht. Sean entführt uns in das wunderbare Irland. Danke Sean, für das wunderbare Zitat, welches ich ein paar mal gelesen habe.
Bevor ich dich wieder getroffen habe, war mein Körper nur ein Sarg für mein totes Herz. (Seite 267)
Danke Elsa. Du hochemotionale Person hat du uns an einer traumhaften Geschichte teilhaben lassen.
Ich habe zu lesen begonnen und konnte nicht mehr aufhören. Ich wollte unbedingt wissen, was sich an diesem letzten Sommer zugetragen hat. Warum sich die vier Freundinnen so viele Jahre nicht mehr gesehen haben. Ich hatte sehr viel Spaß an diesen Sommern. Habe im kalten Atlantik gebadet und mich auf dem warmen Fels aufgewärmt. Viele leckere Essen und Wein genossen. Sehr viel Wein. Die jungen Menschen haben das Leben zelebriert. Die Autorin konnte das sehr bildlich rüberbringen. Ich konnte mich an meine eigene Jugend erinnern. Wie oft sind wir zu dritt mit einem Rad gefahren. Lenker und Gepäckträger waren besetzt. Viele schöne Sommertage konnte ich mir wieder in Erinnerung rufen. Doch nicht nur meine Erinnerungen wurden geweckt. Es war die Neugierde, die mich zum Weiterlesen getrieben hat. Dieser letzter Sommer. Sean, der das Leben der vier Frauen beeinflusst hat. Besonders in Elsas Leben spielt er eine große Rolle. Lenica die verstorben ist und dennoch stets präsent ist. Die beste Freundin die man haben kann. Viele Dialoge, die stets zu fesseln wissen. Vier Freundinnen, die wunderbare Sommer zusammen verlebt haben. Die sich viele Jahre nicht gesehen haben und doch nie getrennt voneinander waren.
Wahre Freunde werten nicht. Sie verzeihen und sind für einander da. Wahre Freundschaften halten über den Tod hinaus. Das ist die Botschaft, die ich dieser wunderbaren Geschichte entnommen habe. Vor allen Dingen habe ich gelernt, wie nützlich Tupperware sein kann. Ja, es gab für mich auch was zu Lachen. Die Freundinnen haben gezeigt, dass jede Tragödie zu meistern ist. Wahre Freundschaft macht das möglich.
Danke Julia Holbe. Ich habe jedes Wort genossen.

Julia Holbe

Julia Holbe, Jahrgang 1969, ist Luxemburgerin. Sie lebt in Frankfurt am Main und in der Bretagne. Zwanzig Jahre arbeitete sie als Lektorin für internationale Literatur im S. Fischer Verlag. »Unsere glücklichen Tage« ist ihr erster Roman.

4 thoughts on “Meine Meinung zu „Unsere glücklichen Tage“ von Julia Holbe

  1. Ja unbeschwert ist schön. Das das Cover täuscht habe ich auch schon mal erlebt.
    Oft war es so gar besser als gedacht :))
    Danke für Deine Rezi.
    LG heidi

  2. Liebe Gisela,
    das klingt nach einem schönen Roman, so wie du schwärmst! Wenn er dich an gute, alte Zeiten erinnert, war es wohl ein großes Lesevergnügen! Ich werde mir das Buch mal merken. Vielleicht ist es auch als Hörbuch zu finden. Das würde ich derzeit bevorzugen.
    GlG, monerl

    • Hallo Monerl

      Hörbuch ist keine schlechte Idee. Wenn es gut gesprochen ist bestimmt ein tolles Erlebnis. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Geschichte auch für dich ein tolles Erlebnis ist. Ausdrucksweise und die Umsetzung des Themas sind ganz anders, als ich es erwartet hätte. Ich bin dieses mal echt am Überlegen, welches Highlight ich bei dir eintrage. Ich muss mich bisher bei drei Büchern entscheiden.

      Liebe Grüße,
      Gisela

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