Meine Meinung zu “Klaras Schweigen” von Bettina Storks

Klaras Schweigen von Bettina Storks

Eine wunderschöne Familiengeschichte, mit vielen Geheimnissen

 

Die Geschichte beginnt in Freiburg am 27. November 1944. Es herrscht Krieg.

2018 In Freiburg. Miriam versucht einem großen Familiengeheimnis auf die Spur zu kommen. Nach einem Schlaganfall spricht ihre Großmutter auf einmal französisch. Miriam erkennt an den undeutlichen Worten, dass in der Vergangenheit vieles unausgesprochen blieb.

Ihre Spurensuche führt sie in die Bretagne. Wird sie dort Antworten finden?

Prolog 1. Satz: Dieser Wintertag ist viel zu schön für Krieg.

In zwei Zeitebenen erzählen uns Klara und Miriam eine sehr tragische, sowie unheimlich schöne Familiengeschichte. Dabei bezieht sich das Schweigen von Klara nicht nur auf ihren Schlaganfall. Vielmehr hat die alte Dame schon seit Jahrzehnten große Geheimnisse für sich behalten. Zu ihrer Enkelin Miriam hat sie ein sehr inniges Verhältnis.

Miriam sucht Antworten. Sie bemerkt sehr wohl, dass sie ihrer Großmutter zu viele Fragen auf einmal stellt. Die alte Dame fühlt sich nach ihrem Schlaganfall schnell überfordert. Doch Miriam befürchtet, dass ihr die Zeit davon läuft. Klara will nun auch endlich ihr Schweigen brechen.

Lotte ist die jüngere Schwester von Klara. Sie weicht Fragen von Miriam immer wieder aus. Will die Vergangenheit ruhen lassen.

Diese Geschichte hat auf mich einen regelrechten Sog ausgeübt. Jede Unterbrechung beim Lesen empfand ich ziemlich ärgerlich. Schon der Prolog ist mir richtig ans Herz gegangen. Egal wie viele Bücher ich über den zweiten Weltkrieg lese, es gibt immer wieder Dinge, die mich emotional sehr berühren. Miriam ist eine sehr sympathische 43jährige Frau. Als sie zwei Jahre alt war, hat sie ihre Eltern bei einem tragischen Autounfall verloren. Klara und ihr Mann Eduard haben ihre Enkeltochter mit viel Liebe groß gezogen.

Ich konnte Klaras Schweigen lange Zeit nicht nachvollziehen. Aber mit jeder Seite mehr, verstand ich ihre Beweggründe. Klara wuchs in einem Elternhaus auf, in dem der katholische Glaube einen zu großen Stellenwert einnahm. Der Vater war ein unzufriedener Kriegsveteran, der dem Alkohol stark zugesprochen hatte. Die Mutter duldete keine Abweichung vom katholischen Glauben. 1948 war die Zeit der französischen Besatzung in Freiburg. Mischehen wurden nicht gerne gesehen. Frauen mussten stark um ihre Rechte kämpfen. Oftmals durften sie nach der Heirat nicht mehr arbeiten.

In der Vergangenheit habe ich mit Klara das wunderschöne Konstanz am Bodensee besucht. In der Gegenwart mit Miriam die Bretagne ein Stück weit erkundet.

Besonders fasziniert hat mich die Knopfhäuslesiedlung. Kleine gelbe Häuschen, die Arbeiterfamilien zur Verfügung gestellt wurden. Entstanden nach dem Vorbild der Fuggerei in Augsburg.

Diese tragische, dennoch wunderschöne Familiengeschichte, hat mir unterhaltsame Lesestunden geschenkt. Von 1948-2018 habe ich zwei tolle Frauen begleitet. Die Protagonisten kommen authentisch rüber. Der angenehme Schreibstil hat mir Orte und Personen klar vor Augen geführt. Trotz der vielen dramatischen Umstände, enthält das Leben von Klara so viel Liebe. Heute wie damals. Und eins kann Klara besonders gut!

Klara kann Drama. (Seite 83)

Und Bettina Storks kann wunderbar schreiben. Es gibt viele Bücher, die sollte man gelesen haben. Klaras Schweigen muss man gelesen haben. Da war mein erstes, aber mit Sicherheit nicht mein letztes Buch der Autorin.

Danke Bettina Storks, für diese spannende und emotionale Familiengeschichte.

Klaras Schweigen von Bettina Storks

 

Klaras Schweigen von Bettina Storks ORIGINALAUSGABE Paperback , Klappenbroschur, 400 Seiten, 13,5 x 20,6 cm ISBN: 978-3-453-36047-1 Erscheint am 08. März 2021

 

 

 

 

Klappentext

Freiburg im Breisgau, 2018: Nach einem Schlaganfall spricht Miriams hochbetagte Großmutter plötzlich französische Worte – eine Sprache, die sie angeblich nie gelernt hat. Miriam erkennt schnell, dass Klara weit mehr verbirgt, doch alle Nachfragen finden kein Gehör. Was genau passierte im Leben ihrer Großmutter? Warum verließ sie Freiburg und ging im Dezember 1949 überstürzt nach Konstanz? Miriams Suche nach Antworten führt sie bis in die Bretagne, immer auf der Spur eines jahrzehntelang gehüteten Familiengeheimnisses … Verlagsinfo: Diana. Unbezahlte Werbung. Coverrechte: Verlag

Bettina Storks, geboren bei Stuttgart, ist promovierte Literaturwissenschaftlerin und Autorin. Sie war viele Jahre als Redakteurin tätig, bevor sie ihr erstes Buch veröffentlichte. Die Leidenschaft für Familiengeheimnisse und die Faszination für die deutsch-französische Geschichte vereint Bettina Storks immer wieder in ihren vielschichtigen Romanen. Die Autorin lebt und arbeitet am Bodensee.

 

 

 

4 thoughts on “Meine Meinung zu “Klaras Schweigen” von Bettina Storks

  1. Liebe Gisela,
    was für ein interessantes Buch.
    Ich habe vorhin ja schon Deine Rezension zu dem 2. Band der Wunderfrauen gelesen. Aber ich denke diese Lektüre würde mir fast noch einen Tick besser gefallen. Ich denke das Büchlein schenke ich meiner Mama zu Ostern.
    Vielen Dank fürs Neugierig machen 🙂
    Hab einen tollen Tag
    Andrea ♥

    • Liebe Andrea

      Beide Bücher sind absolut was für deine Mutter. Auch für dich. Von den Wunderfrauen höre ich mal zusätzlich noch in ein Horbuch rein.

      Klaras Geheimnis ist voll Überraschungen. Ich liebe ja Familiengeheimnisse. Ganz toll geschrieben. Es warten noch zwei weitere Bücher von Bettina Storks auf meinem Reader.

      Liebe Grüße von der Gisela

  2. Das wäre wieder so ein Buch für mich was ich vermutlich in einem Rutsch lesen
    würde. Deine Rezi gefällt mir ausgesprochen gut :))
    Danke für´s teilen .
    LG heidi

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