Meine Meinung zu “Die Wunderfrauen-von allem nur das Beste” von Stephanie Schuster

Verlag: FISCHER Taschenbuch Erscheinungstermin: 24.02.2021 Lieferstatus: Verfügbar 480 Seiten ISBN: 978-3-596-70565-8 Autorin: Stephanie Schuster

Eine wunderbare Fortsetzung!

Starnberger See 1961-1963

Luise Dahlmann hat sich ihren Traum vom kleinen Gemischtwarenladen erfüllt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kann sie sich nun vor lauter Kundschaft kaum retten. Sie denkt darüber nach, anzubauen, um somit ihr Sortiment erweitern zu können. Supermärkte schießen überall aus dem Boden. Sie möchte konkurrenzfähig bleiben.

Helga hat es geschafft, ihr Leben in geordnete Bahnen zu lenken. Sie ist Frauenärztin geworden und arbeitet in der Starnberger Seeklinik.

Marie ist eine künstlerisch begabte Frau, die Luises Bruder geheiratet hat. Als vierfache Mutter und Bäuerin weiß sie oft gar nicht mehr, was sie zuerst anpacken soll. Die Arbeit geht nie aus.

Annabel erleidet einen herben Schicksalsschlag, Mit ihr viele andere Frauen …

Als ich mit dem zweiten Teil der Wunderfrauen begann, hatte ich das Gefühl, gute Bekannte wieder zu treffen. Wieder heimgekommen zu sein. Alleine schon der Tante Emma Laden erinnert mich an meine Kinder und Jugendzeit. Kennt Ihr noch die Gardinen mit der Goldkante? Es wurden immer wieder Produkte erwähnt, die jahrelang beste Qualität versprochen haben. Der spannende Prolog hat es mir unmöglich gemacht, das Buch zu Seite zu legen.

Von 1961-1963 begleiten wir die vier Wunderfrauen. Luise und Helga nähern sich einander wieder. Das hat mich sehr gefreut. Ihr Streit beruht auf einem Missverständnis. Beide Frauen haben einen steinigen Weg hinter sich. Luise frönt nun, neben unheimlich viel Arbeit, jeden Freitag ihrer Lust am Tanzen. Zieht sich dafür modebewusst an und schminkt sich. Mit ihrem Mann Hans führt sie eine scheinbar ganz normale Ehe! Helga hat den Mann fürs Leben noch nicht gefunden. Sie liebt ihren Sohn abgöttisch und ist stets für Frauen in Not eine große Hilfe. Setzt sich dafür ein, dass Frauen ein selbstbestimmtes Leben führen dürfen. Ich mag Helga total gerne. Wie Luise würde sie niemals Freunde im Stich lassen.

Marie ist am Leutstettener Hof mit ihrem Martin zwar glücklich, aber beruflich kann sie ihr Talent nicht ausleben. Neben vier Kindern, Haushalt und die Arbeit auf dem Hof, bleibt ihr kaum noch Zeit für sich selbst. Ihr Mann kämpft gegen die Flurbereinigung an, die die Regierung geplant hat. Auf seinem Hof werden Tiere noch artgerecht gehalten. Gemüse biologisch angebaut und von Hand geerntet. Marie zeigt sehr viel Stärke, als sich ihr Mann negativ verändert.

Annabel hat mich in diesem Band total überrascht. Nach einem sehr großen Schicksalschlag nimmt sie das Ruder selber in die Hand und wächst über sich selbst hinaus. Besonders mit ihrer Schlagfertigkeit hat sie bei mir total gepunktet.

Massentierhaltungen und der ungesunde Anbau von Salat und Gemüse halten Einzug. Individualität beim Anbau muss langsam aber sicher für den Massenkonsum bei Supermärkten weichen. Wir wissen alle, das dies die Dinge sind, die uns Umwelt und Gesundheitsprobleme eingebrockt haben.

Ich habe mich in der Geschichte unheimlich wohl gefühlt. Zu “Schöner fremder Mann” von Connie Francis mitgesungen. Mich an meine Mutter erinnert, wie sie mit ihrer Schwester zu Bill Haleys “Rock Around the Glock” die Wohnzimmereinrichtung gefährdet hatte. 🙂 Auch Helga wusste rockige Klänge für gebärende Frauen zu nutzen. Da flutschte das eine oder andere Erdenkind  viel schneller durch den Geburtskanal.

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Auch auf dem Leutstettener Hof gibt es immer wieder etwas zu lachen. Da landet nicht unbedingt jede Gans auf dem Teller. Nein, eine wird nach ihrem Ableben anständig beerdigt! Mit allem Drum und Dran! Ich habe Tränen gelacht. Aber Ihr braucht jetzt nicht traurig sein. Das Ganserl hatte ein gutes Leben. Hat immer a Schnapserl kriagt, damit es brav auf die Eier sitzen bleibt. Prost!

Politische Unruhen und Umweltkatastrophen werden erwähnt. Neben Koch- und Backrezepten, Nylonstrümpfen und exotischen Dosenfrüchten, bekommt man hier eine Geschichte mit sehr viel Herz serviert. Egal wie groß die Probleme sind, die Wunderfrauen halten zusammen und machen aus Problemen Problemchen. Humorvolle Szenen haben bei mir regelrechte Lachsalven ausgelöst. Vier starke Frauen kämpfen für ihre Rechte.

Der letzte Band der Trilogie erscheint am 25. August 2021. Liebe Stephanie Schuster, lieber Fischer-Verlag. Es darf gerne ein bisschen eher sein.

Danke Stephanie Schuster. Ich habe jedes einzelne Wort genossen.

 

Stephanie Schuster, Jg. 1967, lebt mit ihrer Familie und einer kleinen Schafherde auf einem gemütlichen Hof in der Nähe von Starnberg, in Oberbayern. Hier spielt auch die Trilogie »Die Wunderfrauen«. Auch wenn die Figuren frei erfunden sind, könnten die Geschichten so oder so ähnlich passiert sein. Bestseller-Autorin Stephanie Schuster verwebt in ihren Romanen vier bewegende Frauenschicksale zu einem Panorama der 1950er, 1960er und 1970er Jahre.

Verlag: FISCHER Taschenbuch Erscheinungstermin: 24.02.2021 Lieferstatus: Verfügbar 480 Seiten ISBN: 978-3-596-70565-8 Autorin: Stephanie Schuster

 

 

 

Klappentext

Der zweite Band der Bestseller-Serie »Die Wunderfrauen«: Vier starke Frauen zwischen Wirtschaftswunder und Hippiezeit, zwischen Nylons und Emanzipation, zwischen Liebe und Freundschaft.

Zu Beginn der 1960er Jahre, den Swinging Sixties, ist viel zu tun in Luise Dahlmanns kleinem Laden, er ist ihr ganzer Stolz. Die Regale sind prall gefüllt mit allem, was das Herz begehrt: frische Waren aus dem Umland und Feinkost aus der ganzen Welt. Luise möchte mit der Konkurrenz mithalten, die Kunden wünschen sich plötzlich Selbstbedienung, suchen nach Angeboten und fragen nach dem Rezept für das Sonntagsessen.
Drei Frauen sind in diesem Jahrzehnt voller Umbrüche an ihrer Seite: Die alleinerziehende Helga, die nun als Ärztin arbeitet, ihre Schwägerin Marie, die inzwischen vier Kinder hat und Annabel, deren Familie nach einem Schicksalschlag zu zerbrechen droht. Das Leben hat die vier Frauen in den letzten Jahren enger verbunden als sie dachten. Und sie merken: Gemeinsam kann man aus Träumen Echtes erschaffen.

Der 2. Band der Wunderfrauen-Trilogie – drei Romane über vier Freundinnen, deren Leben wir über von den Wirtschaftswunderjahren Mitte der 1950er bis zu den Olympischen Spielen 1972 begleiten können.

Band 1 »Alles, was das Herz begehrt«
Band 2 »Von allem nur das Beste« (24.2.2021)
Band 3 »Freiheit im Angebot« (Herbst 2021) Verlagsinfo: Fischer. Unbezahlte Werbung. Coverrechte: Verlag!

7 thoughts on “Meine Meinung zu “Die Wunderfrauen-von allem nur das Beste” von Stephanie Schuster

  1. Hallo liebe Gisela,
    eine sehr interessante Lektüre die zwar nicht ganz mein Genre ist, aber sicherlich interessant ist für diejenigen die einen Zeitsprung in die Vergangenheit machen möchten.
    Ich werde diese Lektüre mal meiner Mutter empfehlen, denn sie mag Geschichten aus dieser Zeit.
    Liebe Grüße und eine tolle Restwoche
    Andrea ♥

    • Liebe Andrea

      Das Buch ist ein Sprung in eine Vergangenheit, die mir nicht ganz fremd ist. Vieles hat mir meine Mutter erzählt. Der nächste Band spielt in den 70ern. Da kann ich dann voll mitreden. Wahnsinn, dass ich nun historische Romane lese, bei denen ich selber schon geliebt habe.

      Deiner Mutter könne dieser Roman wirklich gut gefallen. Ich lehne mich mal ganz weit aus dem Fenster. Dir würde er auch gefallen. Vier tolle Frauen mit Herz. Mit dir wären es 5❤️

      Liebe Grüße von der Gisela

  2. Das kenne ich auch. Da weiß man genau wann das nächste Buch raus kommt, und man muss gefühlt Ewigkeiten warten. Wie schrecklich :)) Das dir diese Buchreihe so gut gefällt habe ich mir wirklich gedacht. Die passt schon sehr gut :))
    Danke für die Rezi .
    LG heidi

  3. Hallo Gisela,

    ich hatte bisher kein Interesse an dem ersten Band und demnach auch nicht an den Fortsetzungen. Und gestern bin ich über eine Rezension zum ersten Band gestolpert, die mir die Bücher nun definitiv ausgeredet hat.

    Denn wenn eine Frau unkommentiert rassistische, sexistische und misogyne Sprache benutzt und bei Vergewaltigungsszenen einen Täter-Opfer-Umkehr vollzieht, dann wird mir einfach nur schlecht.
    Natürlich könnte frau* jetzt sagen: »Aber es war damals so!«
    Natürlich war es das, aber wenn im 21. Jahrhundert solche historischen Dinge zur Sprache kommen, dann sollte dies doch mindestens im Nachwort komentiert werden.

    Ich möchte dir die Bücher nicht schlecht reden, aber dich einfach nur mal bitten, noch einmal genauer zu reflektieren, ob es wirklich angemessen ist.

    Ich wünsche dir aber trotzdem eine schöne Woche.

    Cheerio
    RoXXie

    • Hallo RoXXie

      In diesen Büchern ist wahrlich nicht alles eitel Sonnenschein. Tatsächlich wird ein Mischlings- und ein behindertes Kind begafft wie eine Attraktion. Einige Szenen im Krankenhaus waren für mich auch sehr schlimm in diesem 2. Teil.

      Im ersten fand eine Vergewaltigung statt. Leider hat die Frau es geheim gehalten, weil sie keine Ehe kaputt machen wollte. Es handelte sich um den Mann der besten Freundin.

      Ferner wurde ein Frau auf der Flucht von einem Soldaten vergewaltigt und die Mutter ermordet.

      Ich weiß vom ersten Teil nicht mehr jedes Wort. Mit Sicherheit hat der erste, von mir genannte Vergewaltiger, dreckige Worte benutzt. Was willst du denn von so einem Schwein auch anderes erwarten.

      Die Frauen kämpfen in beiden Teilen um ihre Rechte als Frauen und wehren sich gegen sexuelle Fremdbestimmung. Auch möchten sie selbst bestimmen, ob sie ein Kind bekommen wollen, oder lieber einen Schwangerschaftsabbruch.

      Es war damals wirklich so. Vieles hat man wegen den Kindern hingenommen. Meine Meinung ist jedoch, dass man gerade wenn man Kinder hat, so eine Beziehung beenden sollte.

      Meine Meinung zu dem Buch ist ehrlich. Vieles habe ich nicht erwähnt, weil jeder es selber lesen sollte. Bei beiden Leserunden wurden jedoch diese Punkte sehr wohl offen angesprochen.

      „Mit ihrem Mann Hans führt sie eine scheinbar ganz normale Ehe!“ Dieser Ehemann ist von dir wahrscheinlich gemeint. Scheinbar zeigt ja schon, es stimmt was nicht.

      Könntest du mir eventuell mal den Link der von dir genannten Rezi senden?

      “ dann sollte dies doch mindestens im Nachwort komentiert werden.“ Meinst du damit meine Rezi oder den Klappentext, Nachwort der Autorin?

      Fakt ist, dass die vier Wunderfrauen sich, gegen die von dir genannten Kritikpunkte, zur Wehr setzen. Ich bin total gespannt auf das Finale. Nein, du hast und kannst mir die Bücher nicht schlecht reden.

      Danke für deine ehrliche Antwort RoXXie

    • Einige deiner Kritikpunkte wurden bei mir im ersten Teil besprochen. Ich habe gerade meine Rezi dazu gelesen ,-)

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