Meine Meinung zu “Die Kaffee Dynastie – Tage des Aufbruchs” von Paula Stern

 

Die Geschichte beginnt in der Gegenwart. Corinne befindet sich in Brasilien und erweitert ihr Wissen über die Herstellung von edlen Kaffeesorten. Während ihr Bruder das Kaffee-Imperium Ahrensberg in Aachen nach den Vorstellungen seines Vaters weiter führen möchte, setzt Corinne mehr auf Individualität und Ursprünglichkeit. Als sie das Tagebuch ihres Großvaters Eberhard Ahrensberg entdeckt, fühlt sie sich in ihrem Vorhaben bestärkt. Ihr Großvater musste einen beschwerlichen Weg gehen, um das Kaffee-Imperium aufzubauen.

Aachen 1945: Eberhard Ahrensberg schämt sich für seinen nationalsozialistischen Vater, der dem Hitlerwahn verfallen war und im Krieg gefallen ist. Er lädt seines Vaters Schuld auf sich, und versucht sein Leben Lang dessen Fehler auszubügeln. Nachdem er vom Krieg zurück gekehrt ist, bringt er den Rest der Familie mit Kaffeeschmuggel durch.

Achtsam gerösteter Kaffee hat auch etwas mit Entschleunigung zu tun.

 >>…. guter Kaffee ist wie ein kleiner Urlaub. Man spürt die Wärme an den Händen, wenn man die Tasse hält, man  atmet das Aroma zuerst ein, bevor man einen Schluck nimmt und den Kaffee über die Zunge fließen lässt.<< Seite 79

Ich habe das Gefühl, das Buch wurde für mich geschrieben. Als Kaffeetante habe ich mich in der Geschichte so richtig wohl und verstanden gefühlt. Hatte stets den herrlichen Duft von frisch gemahlenen Kaffeebohnen in der Nase. Ich habe viel von der Herstellung der verschiedenen Kaffeesorten erfahren. Corinne kommt sehr empathisch rüber. In Brasilien konnte sie für die Handernte der Kaffeebohnen große Begeisterung aufbringen. Nicht alle Sorten würden mich jedoch begeistern. Vor der Sorte Jacu Bird hat mir regelrecht geekelt. Vögel, die, die die Früchte der reifen Kaffeebohnen fressen, und von deren Kot diese Bohnen gereinigt und zu Kaffee verarbeitet werden. Danke, aber nein Danke. 😉

Corinne hatte eigentlich ein sehr gutes Verhältnis zu ihrem Bruder Alexander. Nachdem ihr Vater Günther Ahrensberg wegen Krankheit in der Firmenleitung ausfällt, sollen sie beide das Imperium gleichberechtigt weiter leiten. Alexander macht es Corinne mit seiner herablassenden Art sehr schwer. Corinne möchte nun eigene Wege gehen. Eine eigene Rösterei betreiben, und in kleinen Chargen die edlen Bohnen mahlen. Hilfe erhält sie von dem charismatischen Noah Engel, der in der Aachener Innenstadt eine kleine Rösterei betreibt.

Die Geschichte spielt abwechselnd in der Gegenwart und Vergangenheit. In der Vergangenheit erleben wir wieder einmal die Machenschaften von Hitler. In dieser Familiengeschichte dominiert jedoch die Gegenwart, was mir außerordentlich gut gefallen hat. Das Tagebuch von Corinnes Großvater lässt Corinne ein Stück weit am zweiten Weltkrieg teilnehmen. Familiengeheimnisse kommen ans Tageslicht. Auch Corinnes Bruder hat ein großes Päckchen zu tragen.

Ich werde ab sofort meinem Kaffee bewusster genießen. Die Geschichte um das schwarze Gold und dessen Herstellung konnte mich von Anfang an abholen. Ich habe mich sehr gerne im schönen Aachen aufgehalten. Leckere Backwaren und guten Kaffee in einer kleinen schnuckeligen Konditorei genossen. Den Beginn des Kaffeeimperiums Ahrensberg miterlebt. Ich habe das Buch an einem Tag gelesen. Mein Kaffeekonsum hatte an diesem Tag schwindelerregende Höhen erreicht. Na, und die Liebe kommt auch nicht zu kurz.

Von mir eine absolute Empfehlung. Danke Paula Stern. Ich habe jedes einzelne Wort genossen.

 

  • Erscheinungstag: 27.10.2020
  • Aus der Serie: Die Kaffeedynastie
  • Bandnummer: 1
  • Seitenanzahl: 320
  • ISBN/Artikelnummer: 9783959675406

 

 

Klappentext:

Aachen 1945: Als Eberhard Ahrensberg nach Kriegsende in seine Heimat zurückkehrt, steht er vor den Scherben seiner Existenz. Der nationalsozialistische Vater an der Front gefallen, das Haus in Trümmern, die Firma aufgelöst. Doch er muss seine kleine Familie ernähren – in seiner Not beginnt er, Kaffee zu schmuggeln.

Aachen, Gegenwart: Als Erbin des bekannten Kaffee-Imperiums Ahrensberg liebt Corinne alles, was mit Kaffee zu tun hat. Doch anders als ihr Bruder setzt Corinne nicht auf Profit, sondern auf Individualität und Ursprünglichkeit. Bei ihren Recherchen in der Geschichte des Familienunternehmens entdeckt Corinne die bewegende Vergangenheit voller Glück, Verrat und Kampfgeist. Verlagsinfo: Harper Collins. Unbezahlte Werbung. Coverrechte: Verlag

4 thoughts on “Meine Meinung zu “Die Kaffee Dynastie – Tage des Aufbruchs” von Paula Stern

  1. Das wäre auch ein Buch für mich, ich mag solche Geschichten.
    Dein Vogel-Kaffee ist dann so ähnlich wie “Kopi Luwak”, der ist nicht durch den Vogel sondern durch einen Affen gerutscht ….. *ichtrinkekeinenKaffee*

    LG Babsi

    • Pfui Teufel. Ich hab auch schon von Elefanten gehört. Ich liebe Kaffee, aber ich will keinen vorverdauten. Die Geschichte kann ich jedoch wirklich empfehlen.

      LG, Gisela

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