Meine Meinung zu „Der Wald der verlorenen Schatten“ von Danbi Eo

Die Frau, der Mann und die verlorenen Schatten.

Von Anfang an war ich gefangen in der Geschichte. Sie erzählt von der einsamen jungen Frau Hyoju, in deren Leben einfach nichts klappt. Ihre Eltern hat sie als kleines Kind durch einen tragischen Autounfall verloren. Ihr Job als Ticketverkäuferin, an einem Busschalter, erfüllt sie auch nicht. Dort hat sie einen Polizisten kennengelernt, der hartnäckig um sie geworben hat. Sie lässt sich auf eine Beziehung mit ihm ein. Ist glücklich. Fühlt sich endlich geborgen. Als sie ihm erzählt, dass sie eine Waise ist, bemerkt sie die große große Distanz, die er zwischen ihnen aufbaut. Sie will es nicht wahrhaben. Als er sie verlässt kann sie es einfach nicht akzeptieren.

Mittlerweile ohne Job und einsam, erhält sie eine Mail. Ihre Großmutter ist gestorben. Sie soll aus Haupttrauerende in ein kleines Dorf zur Beerdigung fahren. Die Rituale, die die alten Menschen in der Dorfgemeinde abhalten, verwundern Hyoju. Sie warnen Hyoju eine verboten Zone im Wald zu betreten. Als die junge Frau versehentlich diese dann doch betritt, bemerkt sie einen seltsamen silbernen Schatten, der aus ihrem Körper zu kommen scheint. Sie begegnet einem mysteriösen Mann, der magische Kräfte besitzt.

 

Ein modernes Mädchen hat mich in das kleine Dorf Dogi, umringt von Bergen, geführt. Die Einwohner dort sind alle sehr alt. Hyoju wollte eigentlich nur die Beerdigung hinter sich bringen und dann wieder nach Seoul zurückfahren. Aber ihr Erlebnis im Wald macht eine Heimkehr unmöglich. Sie nimmt Veränderungen an ihrem Körper wahr. Die Großmutter Jangchon kümmert sich um ihr leibliches Wohl. Umsorgt sie und ist stets für sie da. Hyoju  ist so viel Fürsorge nicht gewöhnt. Möchte lieber allein sein und macht das auch sehr klar deutlich. Einzig zu dem Mann zieht es sie auf unerklärliche Weise hin. Der Mann erklärt ihr, was mir ihr passiert ist. Weiht sie in die Geheimnisse des verbotenen Waldes ein. Eines Waldes, den sie alleine nicht betreten kann. Dazu braucht sie den Mann, der halb menschlich, halb göttlich ist. Er führt sie zum Herrscher des Waldes, einem Ginkobaum. Sie muss innerhalb von fünf Tagen ihren eigenen Schatten finden. Ansonsten kann sie nicht mehr in ihr altes Leben zurück, da sie ein Teil des Waldes sein wird.

So düster die Geschichte auch beginnt, weiß sie dennoch zu bezaubern. Ob die Farben des Waldes, fallende Sterne, geheimnisvolle Wesen oder mysteriöse Schatten. Der Mond, der den Wald in helles Licht oder Finsternis taucht. Ich habe mich wie in einen wunderschönen Märchen gefühlt. Besonders der Mann hat mir oftmals ein Lächeln entlockt. Er kann sich nicht mehr richtig an sein irdisches Dasein erinnern. Weiß die Gesichtsmimik von Hyoju nicht zu deuten. So entsteht ein Deal zwischen den Beiden. Hyoju bringt ihm menschliche Gesichtsmimik bei. Der Mann hilft ihr, ihren Schatten zu finden.

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Sie kommen sich immer näher.  Hyoju scheint seit langem so etwas wie Glück zu fühlen und fragt endlich den Mann nach seinem Namen. Muyeong! Sie überlegt stets, ob Muyeong Emotionen hat. Auch das Dorf entwickelt sich zu einer richtigen Heimat für sie. Ein Dorf, bei dem jede alte Dame als Großmutter bezeichnet wird. Sie erfährt viel von ihrer verstorbenen Großmutter, die sie selbst nie kennen gelernt hat. Immer mehr lernt sie die liebe Art von Jangchon schätzen und legt ihre Kratzbürstigkeit ab. Mit Hyojus Unfreundlichkeit hatte ich zeitweise meine Probleme. Doch, wie würden wir uns verhalten, wenn wir uns stets um alles selber kümmern mussten? Wenn keine Schulter zum Anlehnen da ist? Wäre es uns nicht auch zu viel, wenn von heute auf morgen ständig jemand um uns ist? Ich konnte Hyoju immer besser verstehen. Habe mit ihr die stillen Momente genossen. Mir das kleine Stück Himmel betrachtet, das zwischen den Bergen sichtbar war. Das ruhige Treiben der Dorfbewohner beobachtet.

 

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Diese märchenhafte Geschichte hat mich total verzaubert. Aus der Sicht von Hyoju werden wir in eine magische Welt entführt. Der Schreibstil liest sich wie Butter. Dennoch war es für mich kein Buch, welches ich auf einen Tag verschlungen habe. Ich habe es drei Tage genossen. Die Dramatik, die für asiatische Geschichten üblich ist, hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte ist spannend und kommt dennoch ganz unaufgeregt daher.

Ich empfehle dieses Buch jedem, der Fantasygeschichten mag, die ruhig und besinnlich daherkommen.

Danke Danbi Eo. ich verspüre jetzt den Wunsch, das Dorf Dogi zu bereisen.

 

Klappentext

Eine zauberhafte Fantasygeschichte über eine unmögliche Liebe

Hyoju, eine junge Frau von 29 Jahren, verlor als Kind ihre Eltern bei einem Autounfall. Sie arbeitet als Ticketverkäuferin an einem Busschalter, ein Job, der ihr keinen Spaß macht. Sie fühlt sich leer und ausgebrannt, weil sie ohne Sinn und Zweck in den Tag hineinlebt. Ihr Freund hat vor Kurzem die Beziehung beendet, als er erfahren hat, dass sie eine Waise ist. Umso mehr überrascht es sie, als sie plötzlich Nachricht vom Tod ihrer Großmutter erhält, und sie fährt in ein kleines Dorf, um an der Bestattung teilzunehmen. Am letzten Tag der Beerdigungsfeier halten die Dorfbewohner ein merkwürdiges Ritual auf einem Hügel vor einem nahe gelegenen Berg ab; dabei warnen sie Hyoju, den Berg zu betreten. Als sie nach Hause zurückkehren will, betritt sie irrtümlich die verbotene Zone. Im gleichen Moment bemerkt sie, wie ein silbern glänzender Schatten aus ihrem Körper entweicht. Auf ihrem Weg trifft sie einen geheimnisvollen Mann namens Muyeong, der halb menschlich, halb göttlich ist, magische Kräfte besitzt und den Kreislauf des Waldes behütet. Er führt sie zu einem 1000-jährigen Ginkgobaum, dem eigentlichen Herrscher des Waldes, der alle seine Bewohner miteinander verbindet. Hyoju erfährt: Wenn es ihr nicht gelingt, ihren Schatten innerhalb der nächsten fünf Tage wiederzufinden, ist sie dazu verdammt, für immer als Geist im Wald umherzuirren. Zusammen mit Muyeong macht sie sich auf die Suche nach ihrem Schatten, und damit beginnt die wundervolle Geschichte von Hyoju und Muyeong, die den Leser in eine magische Welt entführt … Verlagsinfo: Golkonda. Unbezahlte Werbung. Coverrechte: Verlag.

 

4 thoughts on “Meine Meinung zu „Der Wald der verlorenen Schatten“ von Danbi Eo

  1. Liebe Gisela,
    Deine kurze Inhaltsangabe hat mich sehr neugierig gemacht. Die Protagonistin scheint erstmal einige Schwierigkeiten durchstehen zu müssen. Dass ein Unbekannter dazustößt der scheinbar magische Fähigkeiten hat hört sich wirklich interessant an.
    Ein mysteriöser Roman der auf jeden Fall auf meiner Wuli landet.
    Danke für die Vorstellung.
    Liebe Grüße
    Andrea ♥

    • Liebe Andrea

      Solltest du das Buch lesen, bin ich schon jetzt auf deine Meinung gespannt. Ich finde die Sprache und das Setting traumhaft. Die Meinungen gehen jedoch sehr weit auseinander.

      Liebe Grüße von der Gisela

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