Meine Meinung zu “Anna” von Niccolò Ammaniti

WERBUNG! COVERRECHTE: VERLAG! Originaltitel: Anna, Einaudi 2015 336 Seiten Gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen 12,5 x 20,5 cm € 20,00 (D) | € 20,60 (A) ISBN: 978-3-96161-009-9 WG 1112 Erscheint am 10. August 2018 Auch als E-Book erhältlich 978-3-96161-510-0

Das Leben gehört uns nicht. 
Es läuft durch uns hindurch.

Der neue Roman vom Autor des
Weltbestsellers »Ich habe keine Angst«

Von der Financial Times zu einem
der »Best Books of 2017« gewählt

»Eines der herausragenden
Erzähltalente Italiens« 
TIMES LITERARY SUPPLEMENT

Vier Jahre ist es her, dass der Virus kam und alle Erwachsenen tötete. Mittlerweile gibt es keine Elektrizität mehr, die Wasser- und Lebensmittelvorräte gehen zu Ende. Brände haben gewütet und von einem einst blühenden Sizilien eine gespenstische Wüstenlandschaft hinterlassen. In dieser Welt lebt die dreizehnjährige Anna mit ihrem kleinen Bruder in einem Haus im Wald und versucht mit allen Mitteln, ihn vor den Gefahren des Lebens draußen zu bewahren. Doch Anna weiß: Früher oder später muss sie mit ihrem Bruder ihre alte Welt verlassen, um woanders eine neue zu finden.

Anna ist ein von der ersten Seite an fesselnder Abenteuerroman und gleichzeitig eine Parabel auf eine Welt, in der Kinder sich selbst überlassen sind und ohne Vorbilder aufwachsen. Eine Parabel auf das Leben in einer Gesellschaft ohne Zukunftsaussichten. Anna ist aber auch eine Hymne an die Kraft der Liebe. Denn so rettungslos die hier geschilderte Welt erscheint, so hell leuchten in ihr immer wieder Zärtlichkeit und pure Lebensfreude auf. Anna zeigt uns, was Menschen auf sich zu nehmen bereit sind, um zu überleben und die Hoffnung in sich nicht sterben zu lassen. Sie ist eine Heldin, der Ammaniti seine ganze Bewunderung schenkt und mit der der große Autor anknüpft an seinen Welterfolg Ich habe keine AngstVerlagsinfo: Eisele Verlag

AUFWACHEN!

Niccolò Ammaniti hat hier eine Dystopie hingelegt, bei der ich nicht weiß, wie ich sie finden soll. Sie mutet grausam, ekelig, beängstigend und dennoch stellenweise sehr herzlich an. Anna ist ein mutiges 13 jähriges Mädchen. Sie lebt in einer Welt, in der alle erwachsenen Menschen einem Virus zum Opfer gefallen sind. Sie und ihr Bruder Astor mussten ihrer Mutter beim Sterben zusehen. Die Mutter hat den Kindern Notizen hinterlassen, was sie alles zu beachten haben um zu überleben. Vor allem soll Anna auf ihren kleinen Bruder Acht geben. Anna geht stets auf Raubzüge, um Nahrung zu beschaffen. Alles wird aus Dosen gegessen. Strom gibt es längst keinen mehr.  Hunde fallen die Menschen an. Jugend- und Kinderbanden haben sich gebildet. Manche der Banden sind bereits total verroht. Die Kinder kämpfen um’s Überleben. Anna verlässt schweren Herzens das Haus “Maulbeerbaum”, indem sie viele glückliche Jahre verlebt hat.  Sie lernt einen Jungen kennen, der ihr von Rettung in den Bergen erzählt. Die kleine Riesin soll dort alle Menschen von dem Virus befreien. Auch die Kinder werden krank werden ohne Hilfe. 

Es gibt keine erwachsenen Menschen mehr. Dennoch verhalten sich die Kinder, wie es die Erwachsenen auch getan hätten. Es gibt Scharlatane die Heilung versprechen. Viele sind sich selbst der Nächste. Es werden Banden geschlossen. Man darf keinem mehr trauen. Jugendliche, die vom Virus befallen werden, haben die verräterischen roten Flecken. Sie husten und werden täglich schwächer. Oftmals dachte ich mir, dass die Kinder irgendwann sowieso krank werden. Wenn nicht an der “Roten” dann zumindest an den unhygienischen Zuständen die nun herrschen. Es gibt kein fließendes Wasser mehr. Überall liegt Müll. Die verstorbenen verwesen größtenteils in ihren Häusern. Der Anblick der Leichen ist für die Kinder mittlerweile normaler Alltag. Auf der Suche nach Lebensmitteln werden Häuser geplündert.  Durch die Augen von Anna lernen wir eine Welt kennen, die so abwegig nicht ist. Und dennoch gibt es Hoffnung und Liebe. Ganz besonders gefällt mir der Hund in dieser Geschichte. Beweist es doch, dass aus manchem Feind,  mit etwas Mitgefühl, ein Freund werden kann. Ja, es klingt absurd. Zwischen all den verwahrlosten Kindern hatte ich tatsächlich einmal richtig Angst um einen Hund!!!

Der Schreibstil ist flüssig und überwiegend aus der Sicht des Mädchens Anna  in der dritten Person erzählt. In Rückblenden erfahren wir von einigen Menschen, wie ihr Leben vor der Seuche war. Wie nach und nach die Welt zum Einsturz kam. Oder …. gibt es auf dieser Welt noch ein gesundes Fleckchen Erde??? Anna, ihr Bruder und ein toller Freund, wollen ihr Glück in Kalabrien versuchen. 

Das Setting vermittelt einem normalerweise Urlaubsfeeling. Lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen, ob der italienischen Küche. Aber nicht im zukünftigen Italien! Da sieht der Speiseplan etwas anders aus. Da regieren Kinder das, was von unserer Erde übrig geblieben ist. Das Drama ist nicht weit von unserer Zeit entfernt. Ich habe die Message so verstanden: Was wir Erwachsenen unseren Kindern hinterlassen ist einfach nur Kacke! AUFWACHEN!

NICCOLÒ AMMANITI, geboren 1966 in Rom, ist einer der erfolgreichsten und inter­national renommiertesten Autoren italienischer Sprache. Sein Weltbestseller Ich habe keine Angst gewann den Premio Viareggio, der Roman Wie es Gott gefällt den Premio Strega. Ammanitis Werke wurden in 44 Sprachen übersetzt. Verlagsinfo: Eisele Verlag

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7 Gedanken zu „Meine Meinung zu “Anna” von Niccolò Ammaniti

  1. Hallo liebe Gisela,
    das hört sich ja nach einem ganz tollen Buch an, auch wenn das nicht ganz mein Buchgenre ist.
    Danke für die bezaubernde Vorstellung 🙂
    Ich wünsche Dir einen schönen Abend und einen tollen Start ins Wochenende
    Herzliche Grüße
    Andrea ♥

  2. Hallo liebe Gisela , ja es ist sehr harte Kost*, ich habe beim Lesen oft daran gedacht wie es meinen Kleinen dort wohl ergehen würde 🌝, aber ein total faszinierendes Buch – trotz der schrecklichen Geschehnisse ! Ich freu mich , dass es Dich berührt hat ! Hab eine gute Zeit !
    Angela

    1. Ja Angela. Sehr harte Kost. Das Schlimme ist, ich könnte mir vorstellen, dass so etwas wirklich passiert.

      Hab einen schönen Sonntag und liebe Grüße,
      Gisela

  3. Liebe Gisela,
    das Buch habe ich noch vor mir. Es liegt zum Lese bereit und ich habe vor, es diesen Monat noch zu lesen. Bin sehr, sehr gespannt auf die Story. Toll, dass es dich so begeistern konnte. 🙂
    GlG, monerl

    1. Liebes Monerl.

      Muss gleich mal schauen, ob du es schon gelesen hast. Ich weiß nicht warum, aber ich erhalte keine Mails mehr von den Kommentaren.

      Liebe Grüße,
      Gisela

      1. Moin, moin,
        nein, ich habe es noch nicht gelesen. Muss noch etwas warten…
        Hatte ne kleine Blogpause, die ich zwar beendet habe, dennoch finde ich nicht ausreichend Zeit zum Lesen. Hab grad sehr viel um die Ohren. 🙁
        GlG, monerl

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