Ich lese was, was du nicht liest! Zeig mir dein Herzensbuch! Mitmachaktion, 18.08.2018

Jede Woche stellen Anne und ich ein Buch vor, welches unser Herz nachhaltig erreichen konnte. Dass können ältere- oder neue Bücher sein. Wenn es sich um ältere Bücher handelt, schreibe ich einfach nur ein paar Sätze, von den Dingen die mir im Gedächtnis geblieben sind. Das ist manchmal noch erstaunlich viel. 

Habt Ihr Lust mitzumachen? Jeden Samstag läuft die Aktion. Ihr habt eine ganze Woche Zeit, Euren Beitrag vorzustellen. Ihr müsst dazu keine Rezi haben. Nur begründen, warum es Euer Herzensbuch geworden ist. Das Bild dürft Ihr gerne verwenden. Den Herzensstein bitte nicht. Vielleicht habt Ihr selber ein schönes Herz? Heute stelle ich “Splitterfasernackt” von Lilly Lindner vor.

WERBUNG! COVERRECHTE: VERLAG! Taschenbuch, Knaur TB 01.07.2013, 400 S. ISBN: 978-3-426-78488-4 Diese Ausgabe ist lieferbar € 9,99 E-BOOK (€7,99)

Splitterfasernackt

Lilly Lindner ist sechs, als der Nachbar beginnt, sie regelmäßig zu vergewaltigen. Er droht ihr mit dem Schlimmsten, falls sie etwas ihren Eltern erzählen sollte. Und so schweigt das kleine Mädchen. Schließlich zieht der Mann weg – doch Lillys Leben ist längst aus dem Lot. Mit 13 Jahren fängt sie an zu hungern – damit von ihrem geschundenen Körper möglichst wenig übrig bleibt. Doch die Schande macht sie damit nicht ungeschehen. Und so beschließt Lilly als junge Frau, ihren Körper, der ihr schon lange nicht mehr gehört, in einem Edel- Bordell zu verkaufen. Und ausgerechnet hier beginnt sie, ihre ungeheuerliche Geschichte aufzuschreiben – und verfasst ein beeindruckendes, provozierendes Buch von großer Sprachgewalt. Verlagsinfo: Droemer Knaur!

Vor sieben Jahren habe ich dieses emotionale Buch gelesen. Es wird als sprachgewaltig angepriesen. Das ist es wirklich. Lillys Leidensweg lässt einem beim Lesen nicht kalt. An ihre poetische Sprache gewöhnt man sich schnell. Und genau das hat mich an diesem Buch so fasziniert. Die Autorin hat es geschafft, diesem ernsten Thema mit einer wunderschönen Sprache zu begegnen. Vergewaltigung und das Leben in einem Bordell. Ich denke, niemals zuvor hat jemand dafür solch wunderschöne Worte gefunden. Man spürt Lillis Sensibilität zwischen den Zeilen. Das scheinen auch die Menschen, mit denen sie hier zu tun hat, gespürt zu haben. Leider gehören die Eltern der jungen Frau nicht dazu. Lilliys Seele schreit um Hilfe. Sie hungert. Sie verkauft sich an fremde Männer. Sie schreibt ihr Buch im Bordell. Trotzdem kommt Lilly weder verrucht noch berechnend rüber. Selten habe ich so viel Ehrlichkeit verspürt, wie beim Lesen dieses Buches. 

Was dieses Buch so tieftraurig macht ist die Tatsache, dass wir es hier mit einer Biografie zu tun haben. Einem blutjungen Mädchen wird sexuelle Gewalt angetan, und keiner will etwas bemerkt haben. Die Frauen im Bordell haben Lillys Talent und ihre sensible Seele erkannt. Lilly war nicht alleine betroffen. An einer Bushaltestelle hat sie ein Mädchen getroffen, welches den gleichen Qualen ausgesetzt war. Dies Szene ist mir besonders nahe gegangen. 

Ich weiß nicht mehr alles. Aber sehr viel ist mir in Erinnerung geblieben. Ich kann “Splitterfasernackt” uneingeschränkt empfehlen. Lilly hat mit ihrer Ehrlichkeit schon vielen Menschen geholfen. 

Da ich am Wochenende keine Zeit habe, wird mein Beitrag heute veröffentlicht.

Vita

Lilly Lindner wurde 1985 in Berlin geboren. Bereits mit fünfzehn begann sie autobiographische Texte und Romane zu schreiben. Ihr Debüt “Splitterfasernackt” stand monatelang auf der Bestsellerliste. Zuletzt erschienen von ihr das Jugendbuch “Was fehlt, wenn ich verschwunden bin” und “Winterwassertief”.  Verlagsinfo: Droemer Knaur!

 

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7 Gedanken zu „Ich lese was, was du nicht liest! Zeig mir dein Herzensbuch! Mitmachaktion, 18.08.2018

  1. Liebe Gisela,
    gut, dass du mich an dieses Buch erinnerst! Ich wollte es schon ewig lesen, habe es aber irgendwann aus den Augen verloren und vergessen!
    Von der Autorin habe ich noch auf dem SuB „Was ist, wenn ich verschwunden bin“ oder so ähnlich. Kennst du das auch?

    Dein vorgestelltes Buch werde ich mir nun auf jeden Fall kaufen. Lieber aufm SuB als wieder vergessen! 😉

    Mein Beitrag kommt wie gewohnt morgen.
    GlG, monerl

    PS.: Warum planst du diesen Beitrag nich auf Samstag vor? Wenn er schon fertig ist kannst du das doch machen. Dann wird er automatisch morgen veröffentlicht. Du musst gar nichts dafür machen.

  2. Moin, liebe Gisela,

    trauriges Thema. Nach der Wende war das erste Buch, das ich dazu fand, “Ich war elf”. Ich weiß nicht mehr, wer es geschrieben hat, aber es war ein Erlebnisbuch. Allerdings finde ich es im Netzt gar nicht mehr.
    Mir fällt es dermaßen schwer, so etwas zu lesen. Ich koche dann vor Wut, mein Puls rast…

    Liebe Grüße, Anne

  3. Hallo Gisela , mir geht es ähnlich wie Anne . Solchen Lektüre macht mich aggressiv und füllt den Kopf mit negativen Gedanken . Ich bin sehr froh , dass ich solche Erfahrung als junger Mensch nicht erlebt habe ! LG Angela

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