Gastrezensentin Tanja Rothert rezensiert “Die Tierärztin – Große Träume” von Sarah Lark. Band 1

20,00 €

inkl. MwSt.

Lübbe Belletristik

Hardcover
Saga
656 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7857-2733-1
Ersterscheinung: 30.04.202

Klappentext:

Tierärztin zu werden ist ihr großer Traum – auch wenn sie dafür einen hohen Preis zahlen muss

Um 1912 als Tierärztin arbeiten zu können, heiratet Nellie ihren Jugendfreund Philipp De Groot, der die väterliche Praxis übernimmt. Sie liebt ihn zwar nicht, aber die beiden verbindet seit ihrer Kindheit eine innige Freundschaft. Sie verspricht jedoch, ihn freizugeben, sobald er eine Chance sieht, seinen eigenen Berufswunsch als Musiker zu verwirklichen. Als sich ihm diese nach dem Ersten Weltkrieg bietet, verschwindet er plötzlich aus ihrem Leben. Mit ihrer Kollegin Maria versucht Nellie nun, eine Tierarztpraxis in Berlin aufzubauen. Doch die Vergangenheit und die Liebe holen Nellie schnell wieder ein …

 

Ein wunderbarer Roman über den Mut, den eigenen Weg zu gehen

Der in sich abgeschlossene erste Band der mitreißenden Tierärztin-Saga Verlagsinfo: Bastei Lübbe. Unbezahlte Werbung. Coverrechte: Verlag

 

Inhalt:

 

Belgien im Jahr 1912. Um als Tierärztin arbeiten zu können, dessen Studium ihr als Frau nicht möglich ist, heiratet die junge Nellie ihren Jugendfreund Philipp De Groot, der die Praxis seines Vaters übernimmt. Philipp, dessen eigentlicher Berufswunsch Musiker ist, willigt in diese Zweckehe ein, da Nellie ihm die Freigabe verspricht, sobald er seinen Wunsch verwirklichen kann. Diese Möglichkeit bietet sich tatsächlich nach dem 1. Weltkrieg und ihre Wege trennen sich. Nellie wagt einen Neuanfang und eröffnet mit ihrer Kollegin Maria eine Tierarztpraxis in Berlin. Doch die Vergangenheit holt sie ein.

 

Tanjas Meinung:

 

Ich habe den Auftakt der neuen Saga genutzt um endlich einmal die von vielen gelobte Autorin Sarah Lark kennen zu lernen und bin hellauf begeistert von ihrem Schreibstil. Dieser ist ausführlich, aber dennoch flüssig, so dass ich keine Bange vor den mehr als 600 Seiten hatte. Nach kurzer Zeit war ich völlig in der Welt der Protagonistinnen Nellie und Maria gefangen. Da ist zum einen Nellie, eine sehr starke und mutige junge Frau, die bereit ist für ihre Träume zu kämpfen. Sie hat ein großes Herz und verwehrt weder Mensch noch Tier ihre Hilfe. Phipps, wie sie ihren Jugendfreund Philipp nennt ist da eher das Gegenteil. Er lässt sich von seinem Vater zum Studium der Tiermedizin drängen, obwohl sein Herz der Musik und dem Geigenspiel gehört. Nellies Idee mit der Zweckehe scheint aufzugehen, den so ist es ihr möglich als Tierärztin in der väterlichen Praxis von Phipps mitzuarbeiten. Mit Beginn des 1. Weltkrieges ändert sich jedoch einiges. Phipps ergreift die Chance einer Musikkarriere und geht nach Amerika, Nellie muss ums Überleben kämpfen und startet einen Neuanfang in Berlin. Dort eröffnet sie mit der gelernten Tierärztin und Autistin Maria – deren Bruder Walter sie in einem Tierlazarett während des Krieges kennen und lieben gelernt hat – eine Haustierpraxis. Maria brilliert durch ihr fotografisches Gedächtnis und ihr umfassendes Wissen, wird jedoch stark durch ihr Sozialverhalten eingeschränkt. Die beiden jungen Frauen ergänzen sich wunderbar und finden trotz aller Schwierigkeiten einen Weg, sich als Tierärztinnen im Berliner Vergnügungsviertel einen Namen zu machen. Die ein oder andere dubiose Bekanntschaft aus dem Mileu bringt natürlich Vor- und Nachteile, mehr mag ich an dieser Stelle nicht verraten. Durch das überraschende Auftauchen von Walter und Philipp kommt es zu einigen Turbulenzen. Als alle Beteiligten gerade aufatmen wollen treten neuerliche Probleme auf und sie sind zu einem großen Schritt in eine ungewisse Zukunft gezwungen.

 

Tanjas Fazit:

 

Für mich ist der Auftakt der neuen Saga absolut gelungen. Die Geschichte ist meines Erachtens gut recherchiert und schlüssig. Sie greift zahlreiche Themen auf, die zu der Zeit um den 1. Weltkrieg herum aktuell sind. Im Vordergrund steht natürlich der Beruf der Tierärztin/Veterinärin, dessen Studium Frauen lange Zeit verwehrt war und in Europa erst in den Kinderschuhen steckte. Selbst dann war es schwer, von der Männerwelt ernst genommen zu werden. Einfühlsam wird auch die Stellung der Juden angesprochen, welche sich zunehmend schwieriger gestaltet. Was mich sehr berührt hat, ist Marias Geschichte. Von Autismus hatte man zu dieser Zeit nicht wirklich gehört. Man hält sie für sonderbar und sogar ihre Eltern sind der Meinung, es solle doch kein Problem sein, dass sie sich endlich vernünftig verhält. Wie gut, dass ihr Bruder Walter zu ihr steht und auch mit Unterstützung von Nellie sowie Marias Studienfreund ein glückliches Leben für sie möglich ist. Eine klare Leseempfehlung von mir.

Sarah Lark

Sarah Lark, geboren 1958, wurde mit ihren fesselnden Neuseeland- und Karibikromanen zur Bestsellerautorin, die auch ein großes internationales Lesepublikum erreicht. Nach ihren fulminanten Auswanderersagas überzeugt sie inzwischen auch mit mitreißenden Romanen über Liebe, Lebensträume und Familiengeheimnisse im Neuseeland der Gegenwart. Sarah Lark ist das Pseudonym einer erfolgreichen deutschen Schriftstellerin, die in Spanien lebt.

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