Gastrezensentin Tanja Rothert rezensiert “Der Faden der Vergangenheit” – Die Frauen von Hampton Hall – Teil 1 von Felicity Whitmore

EUR 10,95 € [DE], EUR 11,30 € [A] dtv Allgemeine Belletristik Originalausgabe, 432 Seiten, ISBN 978-3-423-21838-2 13. November 2020

Klappentext

Die geheimen Tagebücher der Lady Abigail
Wer war Lady Abigail Hampton und was ist vor 180 Jahren wirklich geschehen? Ist sie in den Tod gesprungen, nachdem ihr Geliebter Oliver Rashleigh wegen des Mordes an Ihrem Schwager George gehängt wurde? Als die Staatsanwältin Melody Stewart auf einem alten Familienbesitz Quartier bezieht, findet sie in dem verlassenen Gemäuer die Tagebücher ihrer Vorfahrin. Fasziniert folgt sie dem Faden der Vergangenheit in das Jahr 1841 und stößt dabei auf eine kluge und tatkräftige Frau, die mutig gegen ihr Schicksal aufbegehrte. Verlagsinfo: dtv-Verlag. Unbezahlte Werbung. Coverrechte: Verlag!

Tanjas Meinung

Schon bei den ersten Zeilen war ich hin und weg von der fesselnden Geschichte welche auf zwei Zeitebenen spielt. Melody, frisch gebackene Oberstaatsanwältin, wird nach Stockmill versetzt, während Mann und Töchter in London bleiben. Um die Ehe ist es nicht gut gestellt, Melodys Mann ist so gar nicht einverstanden mit dem Erfolg seiner Frau. Seiner Meinung nach ist der Stand der Frau, sich um Heim, Herd und Kinder zu kümmern. Und das im Jahr 2017. Intrigant versucht er sie als schlechte Mutter darzustellen, doch lassen sich die 14jährigen Zwillingsmädchen beeinflussen? Vorübergehend zieht Melody auf das alte Familienanwesen Abigails Place, um sich endlich um dessen Verkauf zu kümmern. Ich war sofort fasziniert von dem alten Gemäuer und zurückversetzt ins 19. Jahrhundert. Wärme nur durch Kaminbefeuerung und das spärliche Licht lediglich durch Gas- oder Kerzenlicht. Bei der Besichtigung des Hauses mit den verschachtelten Etagen und versteckten Zugängen zu Turmzimmern war ich genauso verzückt wie Melody und ihr neuer Kollege Inspector Daniel Rashleigh, dessen Vorfahren ebenfalls mit dem Anwesen verbunden waren. Beim Fund der ersten Tagebücher von Abigail Hampton habe ich triumphiert aufgejauchzt. Wir gehen zurück ins Jahr 1841, wo Lady Abigail durch eine Zufallsbegegnung aufmerksam wird auf das Hunger und Elend der Menschen, die in der Baumwollfabrik ihres Mannes arbeiten. Mit Leib und Seele macht sie sich daran die Arbeitsbedingungen zu verbessern mit allen Mitteln und Wegen die ihr zur Verfügung stehen. Mit List und der Hilfe des Verwalters Oliver Rashleigh gelingt es ihr lange Zeit die Krankheit ihres Mannes sich zu Nutzen zu machen. Doch was ist, wenn ihr Schwager George erfährt wie es wirklich um Lord Hampton bestellt ist? Ein Wettlauf um die Zeit beginnt. Mehr mag ich nicht verraten, macht Euch selbst eine Meinung. Ich gebe eine klare Leseempfehlung mit 5 Sternen.

Tanjas Fazit

Felicity Whitmore schafft es mal wieder, mich mit dem Buch in ihren Bann zu ziehen. Fesselnd erzählt sie die Familiengeschichte rund um die Familie Hampton mit allen Geheimnissen, Liebschaften und Dramen. Gut recherchiert erfahren wir viel über die Führung der Baumwollfabriken und dem harten Kampf der Arbeiter ums Überleben. Mit Lady Abigail hat sie einen bemerkenswerten Charakter geschaffen, deren Stärke und Liebe unvergleichbar ist. Ich kann kaum abwarten dass es weitergeht.

Felicity Whitmore, Jahrgang 1977, leitet mit ihrem Mann ein freies Theater in Hagen, wo sie als Dramaturgin, Regisseurin und Schauspielerin arbeitet. Sie liebt ihre …

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