Das meint Gastrezensentin Tanja Rothert zu “Post für den Mörder” von Thomas Chatwin

Klappentext:

In dem beschaulichen Küstenstädtchen Fowey an Cornwalls Südküste kennt jeder sie, und sie kennt jeden: Daphne Penrose, Postbotin der Royal Mail. Daphne liebt besonders die frühen Morgenstunden, wenn Fowey erwacht und sie mit ihrem Postfahrrad durch die kleinen Gässchen fährt. Eines Morgens allerdings wird die Ruhe gestört. Im Haus der Malerin Sandra McKallan scheinen sich merkwürdige Dinge ereignet zu haben, von der Bewohnerin fehlt jede Spur. Zur selben Zeit fischt Daphnes Mann Francis eine Leiche aus dem Hafen: den Reeder Edward Hammett. Als zwei weitere Tote auftauchen, wird Daphne und Francis klar: Der zuständige Chief Inspector, frisch aus London nach Cornwall versetzt, kann diesen Fall alleine nicht lösen. Die beiden beginnen zu ermitteln. Und zwar mit ihren ganz eigenen Methoden. Denn niemand kennt Fowey so gut wie Daphne und Francis Penrose!Verlagsinfo: Rowohlt. Unbezahlte Werbung. Coverrechte: Verlag

Tanjas Meinung:

Nachdem sich mittlerweile schon Band 3 auf meinem SuB befand, wurde es Zeit mit der Serie zu starten, um mir ein Bild davon zu machen, ob der Autor wirklich ein begnadeter Cornwall-Kenner ist. Ich muss sagen, Rosamunde Pilcher sowie viele andere haben Recht. Thomas Chatwin schafft es wunderbar bildhaft, die Besonderheiten der Landschaft mit seinen idyllischen Buchten, rauen Klippen und aller Farbenpracht der Pflanzenwelt vor dem geistigen Auge darzustellen. Diese Schilderung, sowie das hervorragend recherchierte Alltagsleben in einer kleinen Küstenstadt mit allen Vor- und Nachteilen geben diesem eigentlich seichten Krimi bedeutend mehr Tiefe.  Wobei hier der Fokus mehr auf der Örtlichkeit und dem Leben der Protagonisten liegt. Der eigentliche Mordfall ist nicht sehr anspruchsvoll gestaltet, was mich jedoch keineswegs stört. Cover und Klappentext versprechen gute Unterhaltung und die bekommt man bestens geboten.

Daphne und Francis Penrose waren mir gleich sympathisch, ich konnte mich voll und ganz in sie hineindenken. Sie lieben ihr Küstenörtchen „Fowey“ sowie deren Bewohner wie ihre Westentasche, da ist es naheliegend, dass sie mit Feuereifer der Polizei bei der Suche des Mörders zur Seite stehen. Durch ihre Kenntnisse und Verbindungen als Postbotin bzw. Fluss-/Hafenmeister ist es ihnen ein Leichtes die „Ermittlungen“ aufzunehmen. Daphne und Francis sind für mich so unerschrocken wie Tuppence und Tommy Beresford bei Agatha Christie, auch sie lassen sich von Einschüchterungen nicht beeindrucken und beweisen ihren Mut. Sehr hilfreich ist ihr die Kenntnis des Lippenlesens, welches sich die Polizei wohl gerne auch weiterhin zu Nutzen machen wird. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall.

Tanjas Fazit:

Für mich sind Daphne und Francis das neue Dream-Team der Hobbyermittler. Dazu kommt noch die zauberhafte Kulisse Cornwalls, hier speziell „Fowey“, für mich die perfekte Unterhaltung. Wer mit diesem Gedanken das Buch aufschlägt wird nicht enttäuscht werden. Alle die mehr auf knifflige Fälle der härteren Art stehen sind hier fehl am Platz und sollten dies auch nicht kritisieren. Es wird schließlich kein Thriller versprochen. Ich bin begeistert von der Leidenschaft und Liebe des Autors zu Cornwall und deren Bewohnern, die mir mit jedem Kapitel des Buches deutlicher wurde. Dank der zahlreichen Ausflugs- und Gastronomietipps am Ende des Buches fühle ich mich bestens gerüstet für meinen langjährigen Wunsch einer Cornwall-Reise. Von mir eine klare Leseempfehlung.

Thomas Chatwin

Thomas Chatwin, geboren 1949, ist promovierter Literaturwissenschaftler und ein profunder England-Kenner. Er liebt Cornwall und verbringt jede freie Minute dort. Seiner langjährigen Freundschaft mit der englischen Bestsellerautorin Rosamunde Pilcher und vielen gemeinsamen Reisen verdankt er ungewöhnlich detailreiche Einblicke in Cornwalls Alltag

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