Das meint Gastrezensentin Tanja Rothert zu “Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort” von Jostein Gaarder

EUR 10,90 € [DE], EUR 11,30 € [A]
dtv Literatur
Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs
176 Seiten, ISBN 978-3-423-12917-6

1. Oktober 2001

 

 

 

 

Klappentext:

Weihnachtsabend – die kranke Cecilie würde gerne so feiern wie all die Jahre vorher, aber es will ihr nicht so recht gelingen. Als sie erschöpft ins Bett sinkt, spricht plötzlich jemand zu ihr: Ariel behauptet, ein Engel zu sein, und zieht sie in ein tiefgründiges Gespräch. So sieht sich Cecilie zum ersten Mal in ihrem Leben herausgefordert, ihre Existenz in der Welt zu durchdenken und mit ihrer Vorstellungskraft hinter das vorzudringen, was der Spiegel uns als vertraute Fassade zeigt.

Gaarders Roman ist eine ungewöhnliche Begegnung mit dem Mysterium der Schöpfung. »Wechselgespräche von unerhörter Tiefe. Gaarder zeigt die wohlbekannte Stärke – komplizierte philosophische und theologische Fragen komprimiert er zu einem Frage- und Antwort-Spiel.« DIE WOCHE
ÖSTERREICHISCHER KINDER- UND JUGENDLITERATURPREIS, 1997 BUXTEHUDER BULLE Verlagsinfo: dtv-Verlag. Unbezahlte Werbung. Coverrechte: Verlag!

Inhalt:

Für die totkranke Cecilie ist es kein Weihnachtsfest wie zuvor. Sie nimmt größtenteils nur hörend an allem Teil, da sie schwach im Bett liegt. Ihre Familie nimmt sich viel Zeit für sie, bis auf wenige Stunden in der Nacht sitzt immer jemand an ihrem Bett. In der Nacht des Weihnachtsabends spricht das erste Mal Ariel zu ihr, ein Engel. In einem tiefgründigen Frage-Antwort-Spiel beginnt Cecilie sich mit ihrem Dasein in der Welt auseinanderzusetzen.

Tanjas Meinung:

Ein Buch, welches sehr zu Herzen geht. Die totkranke Cecilie ist ein starker kleiner Mensch. Durch die Zwiegespräche mit ihrem Schutzengel Ariel setzt sich diese mit der Bedeutung zu Leben sowie der Schöpfungsgeschichte auseinander. Der Autor beschreibt einfühlsam was es heißt ein Mensch zu sein mit all seinen Sinnen, aber auch das Dasein als geistiges Wesen, der Seele. Ariel nimmt Cecilie die Angst vor dem Sterben und zeigt ihr dessen schöne Seite.

„Wir aber sind Geist, deshalb brauchen wir keine Flügel, um uns durch die Schöpfung zu bewegen.“

Dieser Satz hat mich sehr berührt und nachdenklich gemacht. Was passiert, wenn wir sterben? Es wäre zu schön, wenn auch ich sodann einen Schutzengel an meiner Seite hätte.

Tanjas Fazit:

Diese Geschichte möchte ich jedem ans Herz legen. Denn auch wenn es sich hier um das Sterben eines Kindes handelt, so sind die Unterhaltungen von Cecilie und Ariel herrlich erfrischend, lehrreich und sogar lustig. Ich stand mit Cecilie auf den Skiern und saß mit ihr auf dem Schlitten und habe sie laut jauchzend auf ihren letzten Ausflügen in die Schneelandschaft begleitet. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich mich sodann verabschiedet. Leb wohl kleine Cecilie.

Jostein Gaarder, 1952 in Oslo geboren, studierte Philosophie, Theologie und Literaturwissenschaft. Sein Welterfolg ›Sofies Welt‹ von 1993 wurde in mehr als 50 Sprachen übersetzt und 1999 verfilmt.

 

 

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