Meine Meinung zu „Das Versprechen des Bienenhüters“ von Christy Lefteri

Werbung! Coverrechte: Verlag. DEUTSCHE ERSTAUSGABE Aus dem Englischen von Bettina Spangler Originaltitel: The Beekeeper of Aleppo Originalverlag: Zaffre, London 2019 Hardcover mit Schutzumschlag, 352 Seiten, 13,5 x 21,5 cm ISBN: 978-3-8090-2715-7 Erscheint am 02. September 2019

Sie haben alles verloren und glauben dennoch an einen Neuanfang: Diese Geschichte wird Sie berühren, erschüttern und doch hoffnungsvoll zurücklassen.

Nuri ist Bienenhüter, mit seiner Familie führt er ein einfaches, aber erfülltes Leben im syrischen Aleppo. Bis das Undenkbare passiert und der Krieg ihr Zuhause erreicht. Nuris kleiner Sohn Sami wird bei einem Bombenanschlag getötet, seine Frau Afra erblindet. Sie müssen fliehen, um zumindest ihr eigenes Leben zu retten. Die Trauer um Sami und Erinnerungen an das einst glückliche Leben begleiten sie auf dem langen, gefährlichen Weg durch eine Welt, die nicht auf sie gewartet hat und selbst die Mutigsten in die Knie zwingt. Doch in England wartet Nuris Cousin Mustafa mit einem Bienenstock, der neuen Honig und neues Leben verspricht. Aber die größte Herausforderung liegt noch vor Nuri und Afra: wieder zueinander zu finden und gemeinsam die Hoffnung an ein neues Leben zu bewahren.

Erzählt mit viel Feingefühl, Emotion und besonderen erzählerischen Elementen, wie die Verknüpfung der Zeitebenen: Die Kapitelüberschrift ist das letzte Wort des vorherigen und das erste Wort des folgenden Kapitels, so sind die Erzählung aus der Gegenwart und der Vergangenheit miteinander verbunden.

»Es ist unmöglich, von diesem Appell an die Menschlichkeit nicht bewegt und vielleicht sogar inspiriert zu sein.« Verlagsinfo: Limes

Man liest viel über Menschen aus Syrien, die in ein anderes Land flüchten müssen. Wir sind genervt. Wir weigern uns oftmals hinter die Kulissen zu schauen. „Das Versprechen des Bienenhüters“ ist eine Geschichte, die mich sehr zum Nachdenken angeregt hat. Man darf nicht alle über einen Kamm scheren. Das ist manchmal schwer, angesichts der vielen Attentate. 

Nuri ist glücklich in seiner Heimat. In Aleppo führt er ein beschauliches, einfaches Leben. Seine Frau Afra geht in der Mutterrolle auf. Der kleine Sami hängt stets an ihrem Rockzipfel. Nuri und Sami vergöttern ihren kleinen Racker abgöttisch. Nuri liebt seine Arbeit als Imker über alles. Sein Cousin Mustafa stellt aus Honig wunderbar duftende Seifen und Cremes her. Mustafa kocht gerne für seine Gäste. Eigentlich kocht er nicht, er zelebriert Gerichte. Langsam und mit Bedacht stellt er die Speisen her, was seine Frau manchmal zu Weißglut bringt. 

Die Beschreibungen der Familie haben in mir den Wunsch geweckt, an den gemeinsamen Essen teilzunehmen. Einfache Gerichte liebevoll zubereitet, die in einer harmonischen Gemeinschaft verzehrt werden. Dann herrscht Krieg. Diese unsinnigen Gewattätigkeiten haben dem kleinen Sami das Leben gekostet. Nicht nur Afras Augenlicht ist verloren gegangen. Nein! Vor allem ihr Lebenswille schwindet immer mehr. Sie sitzt in ihrem Haus und wartet darauf endlich von einer Bombe getroffen zu werden. Nuri zeigt viel Geduld. Er weiß, egal was passiert ist, in einem anderen Land wartet ein neues Leben auf sie.

Nuri und Afra haben mich sehr berührt. Ihre Flucht ist gefährlich. Die Beschreibungen in Griechenland fand ich am spannensten. Dem Leser wird gezeigt, dass selbst ehrliche Menschen sich in schmutzige Geschäfte einlassen um zu übeleben. Nuri hat viel mehr unter diesem sinnlosen Krieg zu leiden, als man denkt. Afra hat ihr Augenlicht verloren. Dennoch wird gerade sie uns aufklären, was mit Nuri los ist.

 

Diese bittersüße Geschichte hat sich so bestimmt schon oft in der Realität zugetragen. Nuri und Afra haben eine beschwerliche Reise auf sich genommen. Viele Menschen kreuzen ihren Weg. Viele traumatisierte Menschen helfen sich gegenseitig. Einige stellen eine große Gefahr da.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Nuri erzählt. Der Schreibstil ist stellenweise poetisch. Die Szenen von Nuris Heimat würden eigentlich dazu einladen, dieses wunderbare Land zu besuchen. Vielleicht ist das irgendwann mal möglich. Träumen darf man. Träume haben sämtliche Syrern die Kraft gegeben weiter zu machen.

Eine absolute Empfehlung von mir. Danke Christy Lefteri.

 

Christy Lefteri

Christy Lefteri wuchs als Tochter zypriotischer Geflüchteter in London auf. Sie unterrichtet Kreatives Schreiben an der Brunel University. 2016 und 2017 verbrachte sie die Sommermonate als Freiwillige in einem von der Unicef unterstützten Geflüchtetenlager in Athen. Die Geschichten, die die Menschen ihr dort erzählten, inspirierten sie dazu, »Das Versprechen des Bienenhüters« zu schreiben. Verlagsinfo: Limes

7 Gedanken zu „Meine Meinung zu „Das Versprechen des Bienenhüters“ von Christy Lefteri

  1. Nabend Gisela,

    das Buch könnte auch was für mich sein, das habe ich schon bei der Sonntags Aktion gedacht. Nun nach Deiner tollen Rezi bin ich fast sicher, dass es was für mich ist! Aktuell habe ich ganz viele Rezi Exemplare aber wenn es später noch beim Bloggerportal verfügbar ist frage ich es auf jeden Fall an!

    Danke für die schöne Besprechung!

    Liebe Grüße Tanja (die morgen mit der Sub Aktion aussetzt weil ich WIRKLICH viele Rezi Exemplare habe die nun erstmal dran sind, habe 6 angefragt und fast alle schon bekommen :-O nun muss ich erstmal lesen 😉 )

    1. Huhu liebe Gisela,

      ohhh wirklich??? Aber ich kann die auch einfach anfragen wenn ich etwas weniger auf dem Zettel habe (wenn sie dann noch da ist) Ich weiss ja aus eigener Erfahrung, wie ungern eine Leseratte Bücher verleiht 😉

      Auf jeden Fall vielen lieben Dank für das Angebot! Ich brauche aber noch Zeit habe aktuell 3 hier liegen und 2 Anfragen sind noch offen – das dauert sicher nen Monat eher mehr.

      Ganz liebe Grüße an Dich
      Tanja

        1. omg! :-O ich wollt grad den PC runterfahren da trudelte die Mail noch rein. Nun bin ich sprachlos! Ehrlich – wer mich kennt weiss, dass das wahrlich selten vorkommt! ♥♥♥ das ist sooooooo unglaublich lieb von Dir!

          DANKE!!!!!!!!!!!

          Ich hoffe Du hast meinen Freudenschrei bis nach Rügen gehört!

          Ich freue mich wirklich ganz doll darüber!

          da ich mich nun hinlege sag ich auch ganz artig „Gute Nacht“ 🙂

          glg Tanja

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