Meine Meinung zu „Gott wohnt in Wedding“ von Regina Scherer

Hardcover mit Schutzumschlag, 416 Seiten, 13,5 x 21,5 cm ISBN: 978-3-328-60016-9 Erschienen am 25. März 2019 Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar. Werbung! Coverrechte: Verlag!

Ein Haus. Ein Jahrhundert. So viele Lebensgeschichten.

Alle sind sie untereinander und schicksalhaft mit dem ehemals roten Wedding verbunden, diesem ärmlichen Stadtteil in Berlin. Mit dem heruntergekommenen Haus dort in der Utrechter Straße. Leo, der nach 70 Jahren aus Israel nach Deutschland zurückkehrt, obwohl er das eigentlich nie wollte. Seine Enkelin Nira, die Amir liebt, der in Berlin einen Falafel-Imbiss eröffnet hat. Laila, die gar nicht weiß, dass ihre Sinti-Familie hier einst gewohnt hat. Und schließlich die alte Gertrud, die Leo und seinen Freund Manfred 1944 in ihrem Versteck auf dem Dachboden entdeckt, aber nicht verraten hat. Regina Scheer, die großartige Erzählerin deutscher Geschichte, hat die Leben ihrer Protagonisten zu einem literarischen Epos verwoben voller Wahrhaftigkeit und menschlicher Wärme.

»Ein Haus im Wandel der Zeiten, ein Jahrhunderthaus in der Utrechter Straße – in dem die glänzende Erzählerin Scheer ihre Protagonisten in Szene setzt und über deren Lebensgeschichten romanhaft tief in die Historie eintaucht.« Verlagsinfo: Penguin

Ich habe ja schon einige Bücher gelesen. Das jedoch ein Haus zu Wort kommt, habe ich noch nicht erlebt. Eine geniale Idee, die einen ganz besonderen Charme hat. Nach 120 Jahren weiß man aber auch viel zu erzählen. Der Schreibstil ist flüssig. Die Protagonisten haben Erkennungswert. Leo geht einem an’s Herz. Der alte Mann und das Haus haben viel zu erzählen. Die betagte Gertrud ist die Seele des Hauses und kriegt alles mit. Das Haus macht sich Sorgen um sie. Gertrud hat sich vor vielen Jahren auch gesorgt. Menschen geholfen.  Laila erlebt auch so ihre Überraschungen, was ihre Familie betrifft. 
Über Sinti und Roma kann man viel lesen und lernen. Das alte Haus hat so manchen dieses Menschenschlages beherbergt. Judenverfolgung findet natürlich auch Beachtung. Das Haus ist 120! 
Geschichte, mal in der Gegenwart-mal in der Vergangenheit, wird hier wunderbar erzählt.
In Berlin steht ein altes heruntergekommenes Haus. Schöne Dinge und Dramen hat es erlebt. Viele Menschen verzweifeln sehen. In hoffnungsvolle Gesichter geblickt. 
Wenn die Fassade auch bröckelt, so hat dieses  Haus doch einen ganz besonderen Charakter. Ich glaube daran: Gott wohnt in Wedding! Das Ende? Bitte fragt mich nicht ….. es gefällt mir nicht  …..fragt das Haus bitte selber!
Danke Regina Scherer. 

Regina Scheer

Regina Scheer, 1950 in Berlin geboren, studierte Theater- und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität. Von 1972–1976 arbeitete sie bei der Wochenzeitschrift «Forum». Danach war sie freie Autorin von Reportagen, Essays und Liedtexten und Mitarbeiterin der Literaturzeitschrift «Temperamente». Nach 1990 wirkte sie an Ausstellungen, Filmen und Anthologien mit und veröffentlichte mehrere Bücher zur deutsch-jüdischen Geschichte. Für ihren ersten Roman «Machandel» erhielt sie 2014 den Mara-Cassens-Preis. Verlagsinfo: Penguin

2 Gedanken zu „Meine Meinung zu „Gott wohnt in Wedding“ von Regina Scherer

  1. Oh das hört sich super an. Ich denke das ist ein Buch für meine Leseliste. ich
    mag solche Geschichten total gerne. Danke für die Rezi ….ist so gut wie notiert :))
    LG heidi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere