Meine Rezension zu „PAPILIO“ Eine Flucht aus der DDR

Vita
 
Jürgen Augst, 1954 in der Oberlausitz (DDR) geboren, lebt und arbeitet
in Bergisch Gladbach. Er ist tätig als Sachverständiger für Immobilien
in einem renommierten Unternehmen.
1974 unternahm Jürgen Augst einen
gefährlichen Fluchtversuch über Rumänien, geriet dabei in die Fänge der
berüchtigten „Securitate“ und erlebte die denkbar schlimmsten
menschlichen Abgründe. Nach einer 10jährigen Odyssee siedelte er 1984 in
die Bundesrepublik Deutschland über.
„Vollkommen unbedarft und
unwissend, auf was ich mich da einlasse, beschloss ich mit meinem Freund
das Vorhaben in Angriff zu nehmen. Eine dramatische Zeit sollte folgen,
die selbst von den dunkelsten Gedanken noch übertroffen wurden. Dieses
Buch zu schreiben, ist für mich die Verarbeitung eines Teiles meiner
Vergangenheit. Es soll Mahnung gegen das Vergessen und Gedenken an die
Opfer diktatorischer Regime sein.
Papilio = Schmetterling, steht für
mich für die Unbeschwertheit des Daseins. Frei wie ein Schmetterling
wollte ich sein und durfte es nicht. Als Ausweg kam nur die Flucht in
Frage.“Mit seiner ersten Veröffentlichung eines
philosophischen Sachbuches 1998, mit dem Titel „Das Geheimnis der
Einheit“, versucht er Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen
der Menschheit zu geben: Existiert Gott, wie lautet die Formel und der
Lebensplan der Schöpfung, woher kommen wir, gibt es ein Leben nach dem
Tode? Mit diesem Buch rangierte er lange in den Bestsellerlisten. 2013
wurde es neu aufgelegt. Im selben Jahr erschien auch ein Gedichtband des
Autors.„Ist das Leben, so wie wir es erleben, real oder nur
ein Traum? Wenn das Leben ein Traum ist, dann sollten wir diesen Traum
leben.“

Zum Inhalt
 
Gefangen im Netz der SecuritateAus einer kleinen und
verschlafenen Kleinstadt in der Oberlausitz, wollen zwei Jugendliche ihr
bisheriges Leben hinter sich lassen. Unzufrieden mit dem System,
beschließen sie die DDR auf illegalem Wege zu verlassen. Über Rumänien,
Jugoslawien soll Österreich erreicht werden.
In ihrer Naivität ahnen
sie nicht, auf was sie sich einlassen. Sie schwören, dass im Falle
eines Scheiterns, die Flucht nicht zugegeben wird, egal was passiert.
Doch unmittelbar an der jugoslawischen Grenze endet bereits ihre Flucht.
In der Hand der rumänischen Geheimpolizei Securitate erleben sie die
denkbar schlimmsten menschlichen Abgründe. Werden sie standhalten?
Folter, Erpressung, Vergewaltigung und Scheinerschießung stellen die
Freundschaft auf eine harte Probe.
Es folgt eine 10 jährige Odyssee,
die 1984 mit der Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland endet.
Zuvor muss Jürgen Augst noch einige Hürden nehmen – 18 Monate
Straflager, Berufsverbot und zahlreiche Verhöre bei der Stasi. Selbst
als er sich in Sicherheit wiegt, schlägt das Schicksal in Form eines
Mordanschlages erbarmungslos zu …
Meine Meinung
 
Dies ist keine Bewertung im üblichen Sinne. Ich kann doch nicht ein Erlebnis eines anderen Menschen bewerten. Den Schreibstil … ja, den möchte ich sehr gerne bewerten.
Mich interessieren Menschen aus der ehemaligen DDR und die Erlebnisse die sie hatten. Wie haben sie gelebt? Hat sich wirklich Vieles so zugetragen, wie man es in den Medien immer hört? Waren sie unglücklich; oder durchaus auch zufrieden? Hatten Menschen, die flüchten wollten, wirklich die Hölle auf Erden?
28 April 2015, Sonniger Nachmittag
Wir haben herrliches Frühlingswetter. Ich mache einen Spaziergang und setze mich auf eine Parkbank. Ich liebe die Natur im Frühling. Ich liebe das Lesen eines guten Buches. Genau das mache ich! Ich habe mir das Buch „Papilio“ mitgenommen. Ein paar Seiten werde ich lesen, bevor ich meinen Heimweg antrete ………
DDR 1974
Frank Richter, (Spitzname Backe), ist der beste Freund von Jürgen Augst. Sie hören gerne Musik von Jimmy Hendrix und den Beatles; was in der DDR nicht unbedingt erwünscht ist.
Jürgen spielt gerne Gitarre und hat durchaus Talent dazu. Mit seiner Konzertgitarre hat er Unterricht bei dem Musiklehrer Hempel. Der Unterricht ist nicht billig. Seine Eltern finanzieren es trotzdem.
Jürgen ist nicht begeistert und fliegt bald aus dem Unterricht.
Jürgen erzählt viel von den Unternehmungen, die sie als junge Männer so machen. Alkohol fließt auch in Strömen. Jürgen fühlt sich total eingeengt in der DDR und träumt vom Westen.
Da macht Backe den Vorschlag: „Lass uns in den Westen flüchten“!
Jürgen hat Bedenken. Kann er seine Familie einfach verlassen? Wird die Flucht gelingen? Was wird auf ihn zukommen? Sein Vater lebt nicht mehr.
Backe hat alles organisiert. Marita hilft ihnen über die rumänische Grenze zu kommen. Kurz nach der Grenze werden sie aufgegriffen …..
Was dann kommt ist Wahnsinn pur. Jürgen und Backe landen, getrennt voneinander, in einem schäbigen Knast.
Jürgen macht sich große Sorgen. Was ist aus Backe geworden? Wird er schweigen?
Normalerweise haben sie gut vorgesorgt; sollten sie erwischt werden …..
Dann wird Jürgen auf bestialische Weise gefoltert ….
Fazit
 
28 April 2015, Kühler Abend
Ich sitze immer noch auf der Parkbank und habe eben das Buch beendet. Gänsehaut überzieht meinen Körper. Ja, es ist kühl geworden. Die Sonne wird bald untergehen. Davon kommt meine Gänsehaut jedoch nicht. Was ich eben gelesen habe, hat sie verursacht.
Ich frage mich, wie hat Jürgen diese Qualen aushalten können? Was sind das für Menschen, die so etwas tun? Ich habe vor Jürgen Augst allen Respekt dieser Welt.
Das Leben in der DDR konnte ich mir, (aus der Sicht eines Mannes), sehr gut vorstellen. Der Schreibstil des Autoren hat es möglich gemacht.
Das Ende hat mich ratlos zurückgelassen. Was ist aus Backe geworden??? Ich will es mir nicht vorstellen ….
Es handelt sich hier um ein kleines Büchlein mit großem Inhalt. Man sollte es unbedingt gelesen haben.
Vielen Dank lieber Jürgen, dass sie ihre Erlebnisse mit uns teilen.
Absolute Empfehlung von mir und 5 Sterne für den tollen Schreibstil.

Meine Rezension zu „Maistöcke“ von Britta Orlowski

Vita
 
… wurde im Jahr 1966 geboren – eine Schnapszahl ich weiß, meine Eltern
hätten gleich stutzig werden sollen. Stattdessen zogen sie mich mit
viel Liebe, Wärme und schönen Geschichten auf. Sie nahmen meine
zahlreichen kreativen Experimente gelassen hin und nährten meine ohnehin
uferlose Fantasie noch mit zauberhaften Erzählungen über Spielzeug,
welches zum Leben erwacht, sobald ich des abends eingeschlafen sei.
So
wuchs ich also in meiner Geburtsstadt Rathenow auf, absolvierte die
zehnklassige polytechnische Oberschule und erlernte den Beruf der
stomatologischen Schwester in der Kreispoliklinik.
Ich angelte mir
einen netten Mann, dem ich sage und schreibe im taufrischen Alter von
fünf Jahren zum ersten Mal begegnete und ihn sogleich aus tiefstem
Herzen verabscheute. Zum Glück änderte ich später meine Meinung – wir
heirateten und gründeten eine Familie. Ihm verdanke ich meine lieben
Söhne, die überhaupt die schönsten Babys der Welt waren.
Im
Erziehungsurlaub wurde mir rasch langweilig. Beim Aufräumen stieß ich
auf die Manuskripte aus meiner jugendlichen Sturm- und Drangzeit. Ich
begann erneut Geschichten zu schreiben – nur so für mich. Wenige Jahre
später infizierte ich mich mit dem Patchworkvirus und hänge seitdem an
der Nadel. Doch auch das Schreiben ließ mich nicht mehr los. Nach
einigen Überlegungen kam ich zu dem Schluss, dass es bestimmt einen Weg
gibt, beide Hobbies zu verbinden. So entstand mein erster Roman
„Rückkehr nach St. Elwine“.
Da mir der Abschied von meinen
Hauptfiguren am Ende so schwer fiel, war die Idee geboren, daraus mehr
zu machen. Eine lockere Serie, mit in sich abgeschlossenen Geschichten,
die stets am gleichen Ort, dem fiktiven Küstenstädtchen in der
Chesapeake Bay, spielen. Nach langem Suchen habe ich ein
begeisterungsfähiges Verlagsteam gefunden.
Kurzinhalt
 
1889Bevor sich Levke in ihrem neuen Zuhause im Havelland
einleben kann, wird sie Witwe. Albträume quälen sie. Wieso glaubt sie,
dieses fremde Dorf zu kennen?
Als sich unlösbare Todesfälle häufen,
sucht Levke nach Antworten. Ist Jack the Ripper für das Morden
verantwortlich? Welches Geheimnis birgt die Kräuterfrau Jordis? Und was
hat es mit dem Quilt der verlorenen Seelen auf sich?
Das größte
Rätsel aber gibt ihr der attraktive Seemann mit den violetten Augen auf:
Silas Böttcher, der plötzlich wieder in Bützer lebt. Hoffentlich begeht
Levke keinen folgenschweren Fehler, indem sie ihm vertraut, denn etwas
an ihm geht ihr tief unter die Haut.“Eine fesselnde, emotionale Geschichte – wie ein kraftvolles Gemälde aus einer vergangenen Zeit.“ Iny Lorentz

Zum Inhalt
 
Ich war in Bützer und da hat es mir gut gefallen. Das Jahr 1889 hatte schon ein kleines bisschen Ähnlichkeit, mit unserer Zeit. Automobile waren in aller Munde. Das Weltwunder schlechthin. :-)))
Aber mehr noch haben mich die Protagonisten begeistert. Meine größte Sympathie galt der Kräuterfrau Jordis. Sie war eine richtige Kapazität in der Heilkunde. Für jede Unpässlichkeit hatte sie das passende Kraut parat. Jordis war eine emanzipierte Frau, was für damalige Verhältnisse nicht selbstverständlich war. Bildhübsch und intelligent war sie; jedoch machte sie von ihrer Person nie viel Aufhebens. Sie legte keinen Wert darauf, im Mittelpunkt zu stehen.
Levke fand ich total süß. Sie konnte noch so richtig rot werden. Besonders dann, wenn sie einen bestimmten Mann beim Baden im See beobachtete. Frisch verwitwet war sie in das Kapitänshaus in Bützer eingezogen. In dem Haus ihres verstorbenen Mannes fühlte sie sich auf Anhieb wohl. Levke fand in Bützer schnell Freundinnen. Mit ihnen frönte sie ihrer Leidenschaft, dem Quilten. Einmal im Monat fand in ihrem Haus ein Treffen statt. Da wurde genäht und die Neuigkeiten vom Ort ausgetauscht.
Alles hätte für Levke so schön sein können …. wären da nicht die dramatischen Ereignisse passiert ……
Levke wurde von schrecklichen Träumen geplagt ……
Silas hatte nach einem schlimmen Vorfall Bützer jahrelang den Rücken gekehrt und sich als Seemann verdingt. Der attraktive Müllerssohn hätte jede Frau haben können. Sein Augenmerk hatte  jedoch nur einer gegolten.
Für Silas war die Rückkehr nach Bützer nicht einfach. Viele mysteriöse Dinge waren passiert …
Meine Meinung
 
Ich liebe die Geschichten von Britta Orlowski. Mit ihrem frechen, flüssigen Schreibstil hat sie mein Leserherz erobert. Es ist ihr gelungen, einen historischen Roman so zu schreiben, dass er sich lesen lässt wie Butter. Ich bin kein Fan von Handarbeiten; jedoch wäre ich sehr gerne bei der Quiltrunde dabei gewesen. Manchmal hatte ich beim Lesen das Gefühl, ich wäre selber in Bützer. Beinahe wäre ich in den See hinter Levkes Haus gesprungen!!! Aber nur, weil Silas schon darin schwamm :-)))
Über Levke und Silas musste ich oft schmunzeln. Kein Wunder! Wurden doch Silas Weichteile auf humorvolle Weise auf die Schippe genommen. Ich habe Tränen gelacht.
Die alte Dorfratsche Meta hat auch ihr Fett weg bekommen. Zum Brüllen!!
„Maistöcke“ ist jedoch nicht nur lustig. Jede Menge Verbrechen haben der Story Spannung eingehaucht.
Das harmonische Dorfleben konnte ich mir sehr gut vorstellen und hatte stets den Duft von frisch gebackenem Brot in der Nase. Der Bäcker Gustav  und sein Sohn spielten  in der Geschichte eine sehr große Rolle. Für Gustav war Silas wie ein Sohn.
Fazit
 
Wer gerne einen historischen Roman lesen möchte, der einem auf lockere Art das Jahr 1889 näher bringt, der ist mit „Maistöcke“ bestens beraten. Spannung, Gefühl, Übersinnliches und Humor sind garantiert. Knappe 450 Seiten habe ich mich gut unterhalten gefühlt.
Was mich am meisten fasziniert hat; ich wusste wirklich erst am Ende, was passiert ist.
Ehe ich es vergesse …. stellenweise konnte ich beim Lesen nicht mehr richtig sitzen. Warum? Das müsst Ihr selber herausfinden. Mir hat ja auch keiner vorher was gesagt …….
Absolute Empfehlung von mir und 5 Sterne

Meine Rezension zu „Die sieben Schwestern“ von Lucinda Riley

Vita
 
Lucinda Riley wurde in Irland geboren und verbrachte als Kind mehrere
Jahre in Fernost. Sie liebt es zu reisen und ist nach wie vor den Orten
ihrer Kindheit sehr verbunden. Nach einer Karriere als Theater- und
Fernsehschauspielerin konzentriert sich Lucinda Riley heute ganz auf das
Schreiben – und das mit sensationellem Erfolg: Seit ihrem gefeierten
Roman »Das Orchideenhaus« stürmte jedes ihrer Bücher die internationalen
Bestsellerlisten. Lucinda Riley lebt mit ihrer Familie in Norfolk im
Osten Englands und in ihrem Haus in der Provence.
Info
 
Der erste Roman einer faszinierenden Reihe um die „Sieben Schwestern“.
Maia
ist die älteste von sechs Schwestern, die alle von ihrem Vater
adoptiert wurden, als sie sehr klein waren. Sie lebt als Einzige noch
auf dem herrschaftlichen Anwesen ihres Vaters am Genfer See, denn anders
als ihre Schwestern, die es drängte, draußen in der Welt ein ganz neues
Leben als Erwachsene zu beginnen, fand die eher schüchterne Maia nicht
den Mut, ihre vertraute Umgebung zu verlassen. Doch das ändert sich, als
ihr Vater überraschend stirbt und ihr einen Umschlag hinterlässt – und
sie plötzlich den Schlüssel zu ihrer bisher unbekannten Vorgeschichte in
Händen hält: Sie wurde in Rio de Janeiro in einer alten Villa geboren,
deren Adresse noch heute existiert. Maia fasst den Entschluss, nach Rio
zu fliegen, und an der Seite von Floriano Quintelas, eines befreundeten
Schriftstellers, beginnt sie, das Rätsel ihrer Herkunft zu ergründen.
Dabei stößt sie auf eine tragische Liebesgeschichte in der Vergangenheit
ihrer Familie, und sie taucht ein in das mondäne Paris der
Jahrhundertwende, wo einst eine schöne junge Frau aus Rio einem
französischen Bildhauer begegnete. Und erst jetzt fängt Maia an zu
begreifen, wer sie wirklich ist und was dies für ihr weiteres Leben
bedeutet …
Zum Inhalt
 
                                                    
  Juni 2007
 
Ich habe ein Märchen, einen Abenteuerroman, einen historischen- und Liebesroman gelesen. Die sieben Schwestern von Lucinda Riley.
Maia ist die älteste Adoptivtochter von ihrem heißgeliebten Pa Salt. Um Maia dreht es sich hauptsächlich in dieser wunderschönen Geschichte.
Als Maia einmal das Anwesen in Genf verlässt, um eine Freundin in London zu besuchen, erhält sie von ihrer Ziehmutter Marina einen Anruf. Pa Salt ist nach einem Herzinfarkt verstorben. Maia verarbeitet die Botschaft erst nach und nach. Erst in Genf wird ihr die Tragödie richtig bewusst. Der Mann, der ihr und ihren Adoptivschwestern ein wundervolles Leben ermöglicht hat, ist tot. Nie mehr wird er mit Maia in die Sterne blicken.
Eine Erzählung wie im Märchen. Pa Salt fuhr über die Meere; brachte von seinen Reisen Geschenke und neue Schwesterchen mit. Maia durfte die ersten Lebensjahre ihren Pa Salt für sich alleine haben.
Der Vater gab seinen Töchtern Namen von Sternen. Ist das nicht märchenhaft?
Nach der Testamenteröffnung hatten alle Schwestern ein Rätsel zu lösen.
Maia macht sich als erste auf den Weg, ihre wahren Wurzeln zu erkunden. Anhand des Briefes, den ihr Vater ihr hinterlassen hat, fliegt sie nach Brasilien. Maia spürt sofort eine tiefe Verbundenheit zu diesem Land. Sie trifft sich dort mit dem Autor Floriano Quintelas, für den sie ein Buch übersetzt hat. Floriano ist ein herzlicher, verwitweter Mann mit einer kleinen Tochter. Maia findet in Floriano einen guten Freund, der ihr hilft, ihre Wurzeln zu finden. Ihr Weg führt sie zu einem großen Anwesen, dass von einer alten Frau mit ihrer Haushälterin bewohnt wird. Man begegnet Maia mit Ablehnung. Ein Abenteuer beginnt ……..
  Rio de Janeiro, 1927
 
Izabela Rosa Bonifacio ist eine bildschöne, aufgeweckte Frau. Sie wird von allen Bel genannt. Ihr Vater Antonio ist ein herzensguter Mann, der jedoch zu sehr auf Ruhm und Reichtum fixiert ist. Wegen ihm mussten Bel und ihre Mutter Carla ihre fazenda Santa Tereza in Paty do Alferes verlassen. Antonio möchte in den angesagten Kreisen von Rio verkehren. Er bittet Bel den verarmten Adeligen Gustafo Aires Cabral zu heiraten. Bel fügt sich ihrem Schicksal. Ihr Verlobter Gustafo erlaubt ihr, mit ihrer Freundin Maria Elisa da Silva Costas und deren Familie, eine Reise nach Europa zu machen, bevor die Hochzeit stattfindet. Besonders Paris hat es Bel angetan.  Heitor da Silva Costas möchte eine Christusstatue auf dem Corcovado in Brasilien errichten. Den Auftrag für die Statue bekommt Professor Paul Landowski. Bel darf Heitor zu dessen Werkstatt begleiten. Dort lernt sie Landowskis Gehilfen Laurent kennen ……
Meine Meinung
 
In diesem Buch fehlt einfach nichts. Spannung, Gefühle und etwas Geschichte, machen diese Story zu einem ganz besonderen Lesegenuss.
Die Autorin hat den Protagonisten Leben eingehaucht. Ich konnte mir alle sehr gut vorstellen. Von Pa Salt hatte ich wenig Vorstellung; was daran liegen dürfte, dass er gleich am Anfang verstorben ist. Maia mochte ich sehr gerne. Ich verstand nicht, warum sie immer allein gelebt hat, und ihr Haus selten verlassen hat. Ihre Schwestern waren da ganz anders. Die wollten das Leben richtig kennen lernen und waren nur noch selten in Genf zu Gast.
Im Lauf der Geschichte versteht man Maia aber immer besser. Sie hat ein großes Problem jahrelang mit sich rumgeschleppt. Ich war sehr gespannt, ob sie sich in den Schriftsteller Floriano verlieben wird. Floriano weiß das Leben zu nehmen und sorgt dafür, dass auch Maia auftaut.
Besonders gut haben mir  die Nachforschungen nach Maias Wurzeln

gefallen. Die fand ich richtig spannend. Wird sie ihre leiblichen Eltern finden? Wenn ja, wollen sie Kontakt mit ihr haben? Warum wurde sie zur Adoption freigegeben?

Um das zu erfahren, muss man schon sehr weit in die Geschichte eintauchen
Bel lebte zwar in einem anderen Jahrhundert, doch glichen einige Probleme denen von Maia. Beide hatten ihre Geheimnisse, die zu lüften mir große Freude bereitet haben.
Fazit
 
Lucinda Riley hat eine Familiengeschichte von gut 500 Seiten geschrieben, bei der keine einzige langweilige Stelle entstanden ist. Die Idee mit den Adoptionen fand ich zwar etwas unglaubwürdig; jedoch passt sie wundervoll in diese Geschichte. Nackte Realität brauche ich bei Romanen nicht. 
Die Mädchen nach Plejaden zu nennen hat dem ganzen etwas märchenhaftes verliehen. 
1. Maia, 2. Alkyone, 3. Asterope 4. Celaeno, 5. Taygeta und die 6. Elektra!
Moment Mal! „Die sieben Schwestern … wo ist denn die siebte ……………………?????
Ich habe gehört, es soll noch weitere Teile von dieser Familiengeschichte geben. Darauf freue ich mich.
 
 
Eine absolute Empfehlung von mir und 5 funkelnde Sterne.
 

Meine Rezension zu „SAG NICHT, DASS DU ANGST HAST“ von Guiseppe Catozzella

Vita
 
Giuseppe Catozzella, geboren 1976, arbeitete nach seinem Studium und
einem längeren Aufenthalt in Australien als Journalist für verschiedene
Zeitungen und Zeitschriften. Daneben schrieb er erste Gedichte und
veröffentlichte literarische Texte. 2011 erregte sein Roman „L’alveare“,
in dem er die Machenschaften der ‘ndrangheta in Mailand beschreibt, in
seinem Heimatland großes Aufsehen. Giuseppe Catozzella lebt in Mailand.
Info
 
„Genau die Literatur, die es braucht, um die großen Dramen unserer Zeit zu erzählen.“ Erri De Luca
Sie
kam als Letzte ins Ziel, und doch ging ihr Foto um die Welt. Millionen
waren während der Olympischen Spiele 2008 von der kleinen somalischen
Läuferin Samia und ihrem eisernen Willen gerührt. Doch nur wenige
wissen, dass die junge Frau danach in ihrer vom Bürgerkrieg zerrissenen
Heimat keine Unterstützung mehr erhielt und sich auf die lange illegale
Reise nach Europa machte. Ihre Odyssee fand 2012 vor Lampedusa ein
tragisches Ende. Der italienische Journalist Giuseppe Catozzella hat
Samias Geschichte recherchiert und mit ihrer in Finnland lebenden
Schwester lange Gespräche geführt. In einer einfachen und emotional
berührenden Sprache lässt er Samias Welt entstehen und gibt der
verschollenen jungen Frau eine Stimme.
Meine Meinung
 
Wie oft habe ich schon von dieser Thematik gehört?  Menschen, die auf der Flucht sind und ihr Leben im Mittelmeer lassen. In den Medien kommt ja viel. Meist hab ich es nach ein paar Minuten wieder vergessen. Das geht in diesem Fall aber nicht. Ich hab die Bekanntschaft mit Samia gemacht. Guiseppe Catozella hat mir Samias Geschichte erzählt …..
Schon als kleines Mädchen hatte die Somalierin immer den Drang zum Laufen. Zielstrebig hat das kleine Mädchen mit ihrem besten Freund Ali ihre Runden gedreht. Das war nicht leicht! Somalia steckte mitten im Bürgerkrieg. Beim Laufen mussten die Beiden darauf acht geben, auf keine Minen zu treten. Mit den Milizen war auch nicht zu spaßen. Ein Gewehr war schnell im Einsatz. Es spielte keine Rolle, dass es sich oft um Kinder handelte.
Trotz der verheerenden Umstände, war Samia ein glückliches Mädchen. Ihren Vater fand ich einfach nur toll. Er hat seinen Kindern die Entscheidung gelassen, wie sie leben wollen. Auch Vorurteile waren ihm fremd. Normalerweise durfte Aabe mit seinem besten Freund nicht befreundet sein …… Besonders Samia hat er unterstützt. Er hat sie, in ihrem Glauben eine gute Läuferin zu werden, immer bestärkt. Als er ihr ein paar neue Turnschuhe und ein weißes Stirnband geschenkt hatte, machte er aus Samia das glücklichste Mädchen der Welt. Sie schaffte es auch tatsächlich bis nach China zur Olympiade  …….
Ich fand die Familie so richtig zum Wohlfühlen. Ihre Schwester Hodan beglückte die Familie mit ihrem Gesang. Die Beziehung zu Somia war besonders innig. Ein gemeines Verbrechen hat der Familie viel Leid zugefügt …..
Das Buch ist wahnsinnig schön geschrieben; jedoch auch unheimlich traurig. Was Samia mitmachen musste, hätte für mehrere Leben gereicht. Ihre Flucht in ein besseres Leben war mehr als menschenunwürdig. Mit 20 Jahren hatte sie versucht nach Italien zu flüchten. Eigentlich hatte sie es fast geschafft …..
Fazit
 
Ein Buch, dass man unbedingt gelesen haben sollte. Samias Geschichte ist mir unheimlich nahe gegangen. Mit ihrem Ehrgeiz hätte sie es bestimmt weit gebracht, wenn ihr nicht so viele Steine in den Weg gelegt worden wären.
Man bekommt eine ganz andere Sichtweise zu Flüchtlingen. In Europa sehen wir ja leider immer nur die Umstände, die Flüchtlinge machen. Integrationsprobleme, Sprachschwierigkeiten und der Kostenfaktor sind in aller Munde. Das sind ja auch Probleme; jedoch wird uns selten bewusst, was diese Menschen für einen Leidensweg hinter sich haben.
Beim Lesen ging mir oft durch den Kopf, dass dieses Drama nur eins von Tausenden ist.
Samia hatte ein entbehrungsreiches und trotzdem glückliches Leben. Familie wird in Somalia groß geschrieben.
Mein Lieblingszitat aus dem Buch, als Samia ihren Vater einmal fragte, warum er sich nie beklage >>Wer jammert, will nur nicht ändern, woran er keine Freude hat<<.


Dieses Zitat hat mir das Gefühl gegeben, dass auch die Menschen in Somalia erfolgreich im Verdrängen sind: >>Irgendeiner starb eben immer, irgend ein anderer hinterließ Eltern, Kinder Verwandte und Freunde.
Aber plötzlich waren wir selber die anderen und der Tod holte sich seine ganze Bedeutung zurück …… <<.
Wer zuviel jammert, hat dieses Buch noch nicht gelesen. Der hatte nie ein Verbot an´s Meer zu gehen. Der musste nie beim Laufen darauf achten, von einer Mine zerfetzt zu werden.
Wenn ich ich wieder mal am Nörgeln bin, werde ich ein paar Seiten von diesem Buch lesen.
Danke Guiseppe Catozella
Cover, Schreibstil und Thema verdienen nur eins: 5 Sterne